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Mrz
2018

Golden BU der LV 1871: Vereinfachte Gesundheitsprüfung für junge Leute

Kategorie: Berufsunfähigkeitsversicherung  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  0 Kommentare

Eine vereinfachte Gesundheitsprüfung für ihre „Golden BU“ bietet die LV 1871 seit Anfang 2018 jungen Leuten an. Jedenfalls, sofern sie den richtigen Beruf haben.

Bis 35 Jahre mit wenig Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Grafikquelle: colourbox.comLangsam spricht es sich herum, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll für so gut wie jeden ist, der für sein Einkommen arbeiten muss. Ebenso langsam kommt bei den Versicherern die Erkenntnis an, dass die bisher übliche umfangreiche Gesundheitsprüfung den Abschluss nicht gerade fördert. Im Spannungsfeld zwischen der betriebswirtschaftlich wünschenswerten detaillierten Risikoprüfung und unserem Vorschlag, Gesundheitsfragen gegen Wartezeit zu tauschen, gibt es mehr und mehr Versicherer, die das Machbare ausloten.

Nachdem die LV 1871 bereits seit 2017 mit ihrer Vorsorge-BU eine Absicherung der Altersvorsorge für den BU-Fall ohne Gesundheitsfragen anbietet, folgt nun eine zumindest verkürzte Gesundheitsprüfung auch für die „Golden BU“. Das ist der durchaus hochwertige BU-Tarif der LV 1871. Eine ausgewählte Zielgruppe kann diesen Tarif nun mit nur leichten Risiko-begrenzenden Einschränkungen und zum normalen Beitrag mit wenigen Gesundheitsfragen abschließen.

 

Wer kann die verkürzte Gesundheitsprüfung nutzen?

Personen mit einem maximalen „versicherungstechnischen Eintrittsalter“ (Kalenderjahr minus Geburtsjahr) von 35 Jahren. Versichern können sich SchülerInnen eines Gymnasiums, StudentenInnen bestimmter Fachbereiche, Angestellte und Selbstständige ausgewählter kaufmännischer Berufe und AkademikerInnen.

 

Welche weiteren Einschränkungen gibt es?

  • Man kann maximal 1.500.- € Berufsunfähigkeitsrente / Monat absichern, SchülerInnen maximal 1.100.- €;
  • Es ist eine Beitragsdynamik von maximal 3% möglich;
  • Es dürfen keine anderen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen bestehen (bleiben) oder beantragt sein;
  • Die vereinfachte Gesundheitsprüfung findet ausschließlich online statt mit sofortiger Einschätzung. Das ist erfreulicherweise auch anonym möglich. Fragen und Antworten werden in ein Antragsdokument übertragen, dass anschließend natürlich überprüft werden kann.

Wie lauten die Fragen bei der verkürzten Gesundheitsprüfung der LV 1871?

Es gibt eine Frage nach Körpergröße und Gewicht. Anschließend folgen sieben Risiko- / Gesundheitsfragen:

  1. Bestehen bereits Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen oder sind solche beantragt?
  2. Üben Sie eine der folgenden Sportarten aus: Motorsport, Bergsport, Flugsport, Tauchsport, Reitsport, Kampfsport, gefährliche Mannschaftssportarten?
  3. Planen Sie innerhalb der nächsten zwölf Monate einen mehr als sechswöchigen Auslandsaufenthalt außerhalb der Europäischen Union?
  4. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren von einem Arzt oder sonstigen Heilbehandler untersucht oder behandelt?
    Bei „ja“ weitere Fragen:
    4.a. Wurden Ihnen in den letzten sechs Monaten Medikamente verschrieben oder verabreicht?
    4.b. Waren Sie in den letzten fünf Jahren für mehr als 14 Kalendertage durchgehend aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, Ihre übliche Tätigkeit (berufliche Tätigkeit, Teilnahme am Schulunterricht, Studium) auszuüben oder sind Sie derzeit dazu nicht in der Lage?
    4.c. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren wegen des Genusses von Alkohol oder anderer Suchtmittel beraten oder behandelt?
    4.d. Sind Sie in den letzten fünf Jahren untersucht oder behandelt worden wegen einer Herzerkrankung, Tumorerkrankung, Nierenerkrankung oder Diabetes?
  5. Bestehen oder bestanden in den letzten fünf Jahren psychische Beschwerden oder Erkrankungen?
  6. Wurden Sie in den letzten zehn Jahren stationär aufgenommen oder ist eine stationäre Behandlung in den nächsten zwölf Monaten geplant?
  7. Hatten Sie in den letzten sechs Monaten Beschwerden des Nervensystems oder Gehirns, des Bewegungsapparates oder der Sinnesorgane?

Wenn Körpergröße und Gewicht im normalen Bereich liegen und die Fragen 1-3, 4a – 4d und 5-7 verneint werden können, gilt die vereinfachte Risikoprüfung als bestanden. Probleme mit der Antragsannahme kann es dann eigentlich nur noch geben, wenn die LV 1871 negative Informationen aus anderen Quellen hat, z.B. aus früheren Versicherungsversuchen oder der „schwarzen Liste“ HIS. Muss eine der oben genannten Fragen bejaht werden, ist die normale Gesundheitsprüfung erforderlich.

 

Die Fragen der LV 1871 im Rahmen der Vereinfachte Gesundheitsprüfung. Quelle: LV 1871, Online Version Tarifsoftware
Quelle: LV 1871, Antragsformular Online Version Tarifsoftware. Zum Vergrößern bitte anklicken!

 

„Vereinfacht“ ist vielleicht gar nicht so einfach

Wie immer und bei nahezu allen Gesundheitsfragen beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung liegt der Teufel im Detail:

  • Haben Sie in den letzten fünf Jahren öfter mal schlecht geschlafen oder hatten Sie Albträume?
  • Hatten Sie Erektionsprobleme, ohne dass eine körperliche Ursache verantwortlich war?
  • Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab und haben Entzugserscheinungen?
  • Hatten Sie im letzten halben Jahr mal Rückenschmerzen?

Falls ja: Dann müssen Sie die Frage 5. bzw. 7. wohl bejahen. Auch wenn kein Arzt davon weiß. Denn es wird nach „Beschwerden“ gefragt. Darunter könnten auch Schlafstörungen (ICD F51.0) fallen, Albträume (ICD F51.5), Erektionsprobleme (ICD F52.2), Entzugssyndrom durch Tabak (ICD F17.3) oder einfach Rückenschmerzen (ICD M45.8). Hätten Sie daran gedacht? Solche „Beschwerden“ können übrigens noch nachträglich beim Arzt aktenkundig werden: Wenn Sie irgendwann nach dem Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung zum Arzt gehen, ihm Ihr Leid klagen und sich wieder erinnern, wann die „Beschwerden“ begonnen haben… Das ist das fatale an einer solchen Fragestellung.

Um das klar zu stellen: Die Frage nach „Beschwerden“ ist keine Spezialität der LV 1871. Das machen auch (einige) andere Versicherer noch so. Im Berufsunfähigkeitsversicherung Test von Stiftung Warentest können solche Formulierungen immerhin zu einem schlechteren Testergebnis führen. Was ich auch richtig finde. Einmal mehr zeigt sich hier, dass „wenig Fragen“ oder eine „vereinfachte Gesundheitsprüfung“ genauso Stolpersteine für Sie als Kunden / Kundin haben können, wie umfangreiche Antragsfragen.

 

Fazit zur vereinfachten Gesundheitsprüfung bei der LV 1871

Ich finde es erfreulich, dass hier die LV 1871 ein weiteres Mal versucht, zumindest einer bestimmten Zielgruppe den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu erleichtern. Ohne Frage nach „Beschwerden“ wäre meine Freude noch größer.

Wie immer bedeuten „wenig Gesundheitsfragen“ also nicht, dass man deren Beantwortung auf die leichte Schulter nehmen darf. In Zeiten, in denen Krankenkassen die Diagnosen ihrer Versicherten manipulieren lassen, sollten Sie sowieso auf jeden Fall vorab Ihre Patientenakte bei Kassen und Ärzten überprüfen.

Was bleibt, ist die unsichtbare „rote Linie“ beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Nicht nur bewusst gemachte falsche Angaben im Antrag können Ihnen auf die Füße fallen, sondern hier auch leichtfertig (allzu menschlich) nicht angegebene „Beschwerden“. Probleme wird es ebenfalls bei Ihnen bekannten bestehenden Erkrankungen geben, die mit Sicherheit zur baldigen Berufsunfähigkeit führen werden – selbst wenn nicht danach gefragt wird. Überschreiten Sie diese „rote Linie“, müssen Sie schlimmstenfalls mit dem Verlust des Versicherungsschutzes, wenn nicht des ganzen Vertrages rechnen.

Gern beraten wir Sie und helfen Ihnen, die Berufsunfähigkeitsversicherung der LV 1871 (oder eines anderen Versicherers) zu bekommen. Nutzen Sie auch unseren Gratis-Service der anonymisierten Risikovoranfrage.

Hier finden Sie die Stellungnahme der LV 1871 zur „spontanen Anzeigepflicht“.

Hier gelangen Sie zu unserer Übersicht der Angebote einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen.

 

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