Das Wichtigste zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure im Überblick
Egal ob Sie als Ingenieur pflichtversichert in der Deutschen Rentenversicherung oder Mitglied eines Versorgungswerks sind: Die Leistungen sind zu gering oder kommen erst sehr spät, falls Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können.
Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt hingegen bereits, wenn Sie voraussichtlich 6 Monate außerstande sind, Ihren Beruf mit seinen konkreten Tätigkeiten auszuüben und zahlt die volle versicherte BU-Rente bereits ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit.
Was kostet eine BU für Ingenieure?
Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure hängen vor allem von Eintrittsalter, Gesundheitszustand, gewünschter BU-Rente, Laufzeit und konkreter Tätigkeit ab. Ein Ingenieur mit überwiegender Bürotätigkeit wird meist günstiger eingestuft als ein Ingenieur mit Baustellen-, Anlagen- oder körperlich geprägter Tätigkeit. Deshalb sind pauschale Durchschnittsbeiträge unbrauchbar. Weiter unten finden Sie konkretere Berechnungen.
Info
Wir sind Versicherungsmakler und begleiten seit über 20 Jahren Menschen beim Abschluss von Berufsunfähigkeitsversicherungen – und auch danach.
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Zuletzt aktualisiert: 14.05.2026
Inhalt
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure im Überblick
- Brauchen Ingenieure überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
- Wie sind Ingenieure und Ingenieurinnen gesetzlich abgesichert?
- Berufsunfähigkeitsversicherung Ingenieur
- Warum unterscheiden die Versicherer bei Ingenieuren so stark?
- Weiterführende Links
- Anfrage zu einer BU für Ingenieure stellen
Brauchen Ingenieure überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Klare Aussage: Wenn Sie als Ingenieur mit Ihrem Beruf Ihren Lebensunterhalt verdienen, brauchen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Grund liegt zum einen in Ihrer viel zu geringen gesetzlichen Absicherung und zum anderen in den Ursachen, die zur Berufsunfähigkeit führen.
Psychische Erkrankungen und Krebs können jeden in jedem Beruf treffen. Selbst eine schwere Augenkrankheit kann bereits zur Berufsunfähigkeit führen. Sehen Sie sich dazu die neueste Statistik des Analysehauses Morgen & Morgen an:

- Laut dieser Statistik von Morgen & Morgen für das Jahr 2025 (veröffentlicht im Mai 2026) sind Nerven- und psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 39 Prozent mit großem Abstand der Hauptauslöser von Berufsunfähigkeit. Mehr als jeder Dritte, der Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten hat, bekam sie also deswegen.
- Rund 18 Prozent, also fast jeder Fünfte, war am Skelett- und Bewegungsapparat erkrankt.
- 16 Prozent der Betroffenen waren wegen Krebs zu krank zum Arbeiten.
- Nur 6 Prozent mussten wegen des Herz- und Kreislaufsystems dauerhaft aus dem Beruf ausscheiden.
- Für knapp 14 Prozent galten „sonstige Gründe“ als Auslöser der Berufsunfähigkeit. Das können z.B. Erkrankungen der Augen, ein Tinnitus oder Drogenabhängigkeit sein.
- Unfälle machten lediglich rund 7 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeiten aus.
Demzufolge sind mehr als die Hälfte der Ursachen für Berufsunfähigkeit psychischen Erkrankungen, Nervenleiden und Krebs. Stress im Beruf, ein hohes Maß an Verantwortung, stundenlanger Konzentrations-Zwang, Zukunftsängste – das alles kann gerade auch bei Ingenieurinnen und Ingenieuren Spuren hinterlassen.
Schon zu Studentenzeiten sind psychische Diagnosen an der Tagesordnung, wie die Techniker Krankenkasse schon 2013 feststellte:

Wie sind Ingenieure und Ingenieurinnen gesetzlich abgesichert?
Die gesetzliche Absicherung reicht für Ingenieure in der Regel nicht aus. Angestellte Ingenieure können zwar über die Deutsche Rentenversicherung Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben. Diese orientiert sich aber nicht daran, ob Sie Ihren konkreten Ingenieurberuf noch ausüben können, sondern daran, ob Sie überhaupt noch irgendeine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt verrichten können.
Praktisch bedeutet das: Eine volle Erwerbsminderungsrente kommt in der Regel erst in Betracht, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können. Bei drei bis unter sechs Stunden geht es nur um eine teilweise Erwerbsminderung. Für Ingenieure ist genau das die Lücke: Sie können Ihren konkreten Ingenieurberuf bereits nicht mehr ausüben und trotzdem rentenrechtlich noch nicht voll erwerbsgemindert sein.
Freiberufliche Ingenieure, die Mitglied eines Versorgungswerks sind, sollten prüfen, wann ihr Versorgungswerk überhaupt leistet. Häufig ist die vollständige Berufsaufgabe eine Voraussetzung.
Nicht verwechseln: Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit
Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenkassen hilft nur vorübergehend bei längerer Arbeitsunfähigkeit.
Angestellte erhalten in der Regel zunächst bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber; danach kann Krankengeld folgen, aber zeitlich begrenzt – maximal 78 Wochen.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung setzt anders an: Sie soll Ihr Einkommen absichern, wenn Sie Ihren konkreten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich dauerhaft oder längerfristig nicht mehr ausüben können – maximal bis zum Eintritt in die Altersrente.
Deshalb macht die gesetzliche oder berufsständische Absicherung eine private BU keinesfalls überflüssig.
Für weitere Infos zur Absicherung als Angestellter lesen Sie am besten den Beitrag „Wie ist man staatlich abgesichert, wenn man nicht mehr arbeiten kann?“.
Falls Sie freiberuflich tätig, also Mitglied einer Kammer sind und in ein Versorgungswerk einzahlen, folgt Ihre Absicherung im Prinzip denen der Architekten. Weitere Infos dazu siehe unter „Berufsunfähigkeitsversicherung Architekt: Anders als geplant„.
Berufsunfähigkeitsversicherung Ingenieur
Seit dem Bologna-Prozess verlassen weniger Diplom- Ingenieure die Unis und FH’s. Der Grund: Die Hochschulen und Universitäten bilden ihre Ingenieure überwiegend in Bachelor- und Masterstudiengängen aus. Die Mehrzahl der Ingenieur-Studiengänge sind in klassischen Fachgebieten wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaft angesiedelt.
Andere sind sehr spezialisiert, wie zum Beispiel das Studium der Elektromobilität oder der Hörakustik. Aber nicht nur die Hochschulen unterscheiden viele verschiedene Studiengänge – auch die Versicherer, wenn es um die Frage der Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung geht.
Worauf sollten Ingenieure bei einer BU achten?
Für Ingenieure sind vor allem diese Punkte wichtig:
• konkrete Tätigkeitsbeschreibung, weil Versicherer Ingenieure je nach Tätigkeit unterschiedlich einstufen;
• Verzicht auf abstrakte Verweisung, damit nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann;
• Regelungen für Selbstständigkeit und Umorganisation, falls eine freiberufliche oder unternehmerische Tätigkeit ausgeübt oder geplant ist;
• ausreichend hohe BU-Rente, passend zum Einkommen und Lebensstandard;
• Nachversicherungsgarantien, damit der Schutz später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöht werden kann;
• saubere Risikovoranfrage, wenn Vorerkrankungen, hohe BU-Renten oder besondere Tätigkeiten eine Rolle spielen.
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure kommt es auf viele Details an: Auf den Verzicht auf die abstrakte Verweisung zum Beispiel. Falls die Karriere in eine Richtung angedacht ist, die einmal eine Selbstständigkeit oder freiberufliche Tätigkeit beinhaltet, sollten die Vertragsklauseln auch darauf ausgelegt sein. Stichwort: Verpflichtung zur Umorganisation der Betriebe von Selbstständigen. Siehe dazu unter „Berufsunfähigkeitsversicherung: Für Selbstständige unverzichtbar„.
Wenn Sie als Ingenieur sehr gut verdienen, kann es auch bereits eine kleine Herausforderungen sein, Versicherungsschutz in der gewünschten Höhe zu bekommen. Ab einer beantragten BU-Rente in Höhe von 2.500,- bis 3.000,- Euro fordern die Versicherer ärztliche Untersuchungen zusätzlich zur Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag.
Wenn Sie ausrechnen wollen, welche BU-Rentenhöhe für Sie sinnvoll ist, nutzen Sie unseren BU-Bedarfsrechner.
Auch spätere Erhöhungsmöglichkeiten ohne erneute Gesundheitsfragen – die sogenannten Nachversicherungsgarantien – enden oft ebenfalls bei einer Gesamt-BU-Rente von monatlich 2.500,- bis 4.000,- Euro. Manchmal kann es daher schon allein aus diesem Grund sinnvoll sein, als Ingenieur den Versicherungsschutz auf zwei Versicherer zu verteilen. Siehe im Blogbeitrag 2 Berufsunfähigkeitsversicherungen gleichzeitig: Ja oder nein?
Warum unterscheiden die Versicherer bei Ingenieuren so stark?
Das liegt daran, dass sich nicht nur die Studiengänge unterscheiden, sondern vor allem auch die Tätigkeiten: Zum Beispiel der Bauingenieur, der auf der Baustelle den korrekten Fortgang der Arbeiten kontrolliert. Dieser ist größeren Gefahren ausgesetzt, als der Wirtschaftsingenieur, der ausschließlich am Schreibtisch sitzt.
Andererseits ist der Gartenbauingenieur, der selbst Gärten anlegt, höheren Risiken ausgesetzt, als der Bauingenieur. Deswegen ist auch der Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung höher.

Beispiele der Kosten einer BU für unterschiedliche Ingenieur-Berufe
Im Mai 2026 haben wir berechnet, wie sehr sich die Kosten einer BU für unterschiedliche Ingenieur-Berufe unterscheiden. Wir sind immer von einer 30-jährigen Person ausgegangen, die nicht raucht. Ob Mann oder Frau wirkt sich nicht aus.
Es geht jeweils um 3.000 Euro BU-Rente bis Alter 67, ohne Besonderheiten, ohne (sinnvolle) Zusatzbausteine. Die folgende Tabelle weist jeweils die gerundeten zu zahlenden Monats-Beiträge aus.
Beispiel: Ein 30-jähriger Bauingenieur mit 80 % Bürotätigkeit zahlt für 3.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente bis Alter 67 beim billigsten Anbieter 70 Euro im Monat, beim teuersten Anbieter 170 Euro. Das bedeutet: Die Preise einer BU für den gleichen Bauingenieur schwanken um fast 150 %.
| Ingenieur-Beruf | billigster Anbieter | teuerster Anbieter |
|---|---|---|
| Bauingenieur, angestellt, 80 % Bürotätigkeit | 70 Euro | 170 Euro |
| Gartenbauingenieur, selbstständig, 20 % Bürotätigkeit, 80 % körperliche Tätigkeit | 104 Euro | 205 Euro |
| Wirtschaftsingenieur, angestellt, 100 % Bürotätigkeit | 69 Euro | 142 Euro |
Hinweis zu den Beiträgen: Die genannten Monatsbeiträge sind gerundete Zahlbeiträge beziehungsweise Nettobeiträge aus der Berechnungssoftware. Der vertraglich garantierte Bruttobeitrag liegt höher. Deshalb sollte man bei einer BU für Ingenieure nicht nur den aktuell zu zahlenden Beitrag vergleichen, sondern auch den Abstand zum Bruttobeitrag. Mehr dazu finden Sie unter Bruttobeitrag, Nettobeitrag, Garantiebeitrag, Zahlbeitrag.
So unterstützen wir Sie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung
- Wir analysieren sorgfältig Ihre Ausgangssituation und überprüfen auf Wunsch auch bestehende Berufsunfähigkeitsversicherungen im Rahmen des kostenlosen BU Vertrags-Checks;
- Aufarbeitung Ihrer Gesundheitshistorie: Wir helfen Ihnen, Ihre Gesundheitshistorie korrekt und vollständig zu dokumentieren, inklusive der Überprüfung Ihrer Krankenkassen- und Patientenakten, insbesondere auch bei Abrechnungsdiagnosen;
- Kostenlose und anonyme Risikovoranfragen: Wir führen für Sie kostenfrei anonyme Voranfragen bei mehreren Versicherern durch. So wissen Sie bereits vor dem Abschluss, wie Ihre Gesundheits- und Berufsdaten von den Versicherern bewertet werden und ersparen sich unangenehme Überraschungen;
- Besondere Angebote: Wenn es für Sie sinnvoll ist, suchen wir nach passenden Angeboten für eine „Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen„;
- Langfristige Betreuung: Auch nach dem Abschluss betreuen wir von uns vermittelte Verträge kontinuierlich weiter, weisen Sie auf wichtige Fristen hin und bieten regelmäßige Check-ups, damit Ihr Schutz aktuell bleibt.
- Unterstützung im Ernstfall – zuverlässig und erfahren: Wenn Sie berufsunfähig werden, setzen wir uns aktiv für Sie ein und unterstützen Sie. So haben in den vergangenen 20 Jahren 9 von 10 unserer berufsunfähigen Kundinnen und Kunden im Leistungsfall ihre Berufsunfähigkeitsrente bekommen.
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure
Ja. Wenn Sie als Ingenieur von Ihrem Berufseinkommen leben, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sehr sinnvoll. Psychische Erkrankungen, Krebs, Erkrankungen des Bewegungsapparates oder schwere Augenkrankheiten können auch Ingenieure berufsunfähig machen.
In der Regel nein. Die Erwerbsminderungsrente schützt nicht Ihren konkreten Ingenieurberuf, sondern prüft Ihre Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Auch Leistungen aus Versorgungswerken setzen häufig hohe Hürden voraus.
Die Kosten hängen vor allem von Alter, Gesundheitszustand, gewünschter BU-Rente, Laufzeit und konkreter Tätigkeit ab. In unseren Beispielberechnungen für eine 30-jährige Person mit 3.000 Euro BU-Rente bis Alter 67 lagen die gerundeten Monatsbeiträge je nach Ingenieurberuf und Anbieter zwischen 69 und 205 Euro.
Wichtig sind eine genaue Tätigkeitsbeschreibung, der Verzicht auf abstrakte Verweisung, passende Regelungen bei Selbstständigkeit, eine ausreichend hohe BU-Rente, gute Nachversicherungsgarantien und eine saubere Risikovoranfrage vor dem Abschluss.
Weiterführende Links
- Umorganisationsklausel – wichtig für Selbstständige
- Was bedeutet „ab 50% Berufsunfähigkeit“?
- BU-Aktion für Wirtschaftsingenieure im VWI
Anfrage zu einer BU für Ingenieure stellen
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