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20
Mai
2011

Unterschied arbeitsunfähig berufsunfähig

Kategorie: Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  3 Kommentare

Arbeitsunfähig – berufsunfähig – wo liegt der Unterschied? Vielen Verbrauchern, aber auch Vermittlern von Versicherungen, ist der Unterschied zwischen „arbeitsunfähig“ und „berufsunfähig“ nicht klar.

 

Unterschied arbeitsunfähig berufsunfähig - hier ist die Auflösung.Das ist auch kein Wunder, denn ganz exakte Definitionen kann man in keinem Gesetz nachlesen; außerdem gibt es Unterschiede, ob man von der Sozialversicherung (gesetzliche Krankenkasse, gesetzliche Rentenversicherung) oder privaten Versicherungsverträgen spricht und letztlich kommt es auf den Einzelfall an. Einige Anhaltspunkte zur besseren Unterscheidung sollen hier daher beschrieben werden.

 

Unterschied arbeitsunfähig berufsunfähig

Was bedeutet arbeitsunfähig?

Als arbeitsunfähig gelten Sie, falls Sie auf Grund eines medizinischen Befundes vorübergehend Ihre vertraglich geschuldete Tätigkeit nicht ausüben können. Es muss also zunächst ein Befund vorliegen, aus dem sich ergibt, dass Sie Ihren konkreten Job nicht ausüben können: Sie werden krank geschrieben und erhalten den bekannten ‚gelben Zettel’. Darüber hinaus lautet die Prognose dann, dass Sie vermutlich wieder gesund werden. Oftmals wird während der Arbeitsunfähigkeit auch eine konkrete Behandlung oder Therapie durchgeführt. Arbeitsunfähigkeit ist kein Dauerzustand: Entweder endet sie durch Heilung und man kann wieder arbeiten, oder es verbleibt eine Invalidität.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ('gelber Zettel') bescheinigt die Arbeitsunfähigkeit - nicht mehr.

 

Was bedeutet berufsunfähig?

Grundkriterium, um als berufsunfähig zu gelten: Es müssen bleibende gesundheitliche Schäden vorhanden, oder zumindest prognostiziert sein – es muss sich also um einen vermutlich andauernden Zustand handeln. Oftmals kann das erst festgestellt werden, wenn Behandlungen und Therapien nicht den gewünschten Erfolg erbracht haben. Weitere Kriterien der gesetzlichen Rentenversicherung oder einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung müssen erfüllt sein, um eine Leistung (Rente) zu beziehen.

Wird man nach einer bestimmten Zeit Arbeitsunfähigkeit automatisch berufsunfähig?

„Wenn ich 6 Monate krankgeschrieben war, bin ich automatisch berufsunfähig!“ ist eine häufige Annahme. Sie stimmt nur nicht. Ein Beispiel soll das verdeutlichen. Eine Frau wird schwanger. Im dritten Monat wird eine Risikoschwangerschaft festgestellt. Die werdende Mutter muss sich und ihr Baby schonen – sie wird krankgeschrieben und gilt 6 Monate lang als arbeitsunfähig. Niemand würde auf die Idee kommen, eine dauerhafte Einschränkung zu vermuten – also liegt auch keine Berufsunfähigkeit vor.

Es gibt in Deutschland derzeit einen einzigen mir bekannten Versicherer, der eine Berufsunfähigkeitsrente bereits beim Vorliegen einer 6 monatigen Arbeitsunfähigkeit zahlt (Condor Lebensversicherung im Tarif Comfort). [Hinweis: Das war der Stand 2011, inzwischen, im Jahr 2016, gibt es ein knappes Dutzend Anbieter.] Es gibt des weiteren einige Versicherer, die eine 6 monatige Arbeitsunfähigkeit, sofern sie andauert / weiter fortbesteht, als Indiz für eine voraussichtlich andauernde Einschränkung und damit Berufsunfähigkeit anerkennen. Einige davon wiederum zahlen auch rückwirkend ab Beginn dieses 6-Monats-Zeitraums.

Keiner dieser Versicherungstarife macht jedoch eine Krankentagegeldversicherung überflüssig, die bei reiner Arbeitsunfähigkeit das Einkommen sichert: Schließlich kann eine Arbeitsunfähigkeit ja auch ‚nur’ 5 ½ Monate andauern.

 

Update 11.09.2013 zum Artikel: Unterschied arbeitsunfähig berufsunfähig

Inzwischen gibt es einen zweiten Versicherer, der Leistungen bereits ab 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit erbringt – die Allianz Lebensversicherung: Allianz Berufsunfähigkeitsversicherung: Leistung schon bei Krankschreibung.

 

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Unterschied arbeitsunfähig berufsunfähig

Kommentare zu diesem Beitrag

AchimFue  |   7. Juni 2011 um 18:13 Uhr

Hallo, dann verstehe ich sie richtig Herr Helberg, dass man nicht nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung sondern auch noch eine Krankengeldversicherung abschließen soll? Wird das nicht extrem teuer?

Matthias Helberg  |   23. Januar 2012 um 16:44 Uhr

Hallo AchimFue, Ihre Frage hatten wir zwar schon im direkten Austausch diskutiert, hier aber noch meine Antwort für die anderen Leser: Für mich bilden in aller Regel (Ausnahme: Beamte) Krankentagegeldversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung eine Einheit. Beides ist erforderlich, um das Einkommen im Krankheitsfall abzusichern. Im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Beitrag zur Krankentagegeldversicherung eher gering und liegt für viele Arbeitnehmer sogar im einstelligen Euro-Bereich.

[…] Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit habe ich bereits in diesem Artikel im Jahr 2011 zu erklären versucht. Ganz in Kürze nochmal hier: Bei einer Arbeitsunfähigkeit besteht in der Regel eine Behandlungs- […]

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