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08
Mrz
2011

Frost, Rohrbruch, Wasserschaden Versicherung?

Kategorie: Fall des Monats, Gebäudeversicherung  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  7 Kommentare

In unserem Fall des Monats Februar 2011 geht es um einen unserer größten Leitungswasserschäden bei einem Einfamilienhaus überhaupt. Als es Ende Januar 2010 minus 15 Grad Celsius und kälter wurde,  war das für viele Wasserrohre und Heizungsrohre in jüngeren Gebäuden der Ernstfall: Frost?  Rohrbruch? Wasserschaden Versicherung? Morgens hatte der Mieter des Hauses noch geduscht, dann ging es zur Arbeit, abends stand er vor einem ‚Eispalast‘.

Die Besonderheit dieses Einfamilienhauses ist es, dass es ohne Keller gebaut wurde. Die Wasserversorgung und die Heizungstechnik sind im Spitzboden des Dachgeschosses untergebracht. Als es nun durch den strengen Frost im Dachgeschoss zum Bruch der Hauptwasserleitung kam, strömte über Stunden das Wasser vom Dachgeschoss durch das Obergeschoss bis in das Erdgeschoss und trat dort förmlich durch jede Ritze, Fuge, Türzarge und Steckdose wieder aus. Selbst außen an der Wand floss Wasser entlang, das dort gefror und zum Effekt eines „Eispalastes“ führte.

 

Frost, Rohrbruch, Wasserschaden. Versicherung?

„Zuständig“ bei solchen Schäden ist zum einen die Gebäudeversicherung für Schäden am Gebäude und zum anderen die Hausratversicherung für Schäden am Hausrat / dem Inventar. In diesem Artikel befasse ich mich nur mit der Gebäudeversicherung.

Was hätte schief gehen können? Frost als Ursache für Rohrbruch an einem Wasserleitungsrohr innerhalb eines Gebäudes ist versicherungstechnisch schon einmal „ganz gut“. Denn nicht alle Ursachen eines Rohrbruches sind an allen Leitungen (oder gar Amaturen) überall innerhalb oder außerhalb eines Gebäudes versichert. Wäre das Gebäude unbewohnt gewesen, wäre sicherlich die Frage aufgetaucht, ob es ausreichend beheizt gewesen war oder ob der Versicherungsnehmer das Wasser aus wasserführenden Leitungen abgelassen hätte – dies ist in vielen Gebäudeversicherungen eine Pflicht (Obliegenheit) des Versicherungsnehmers.   In einem solchen Fall könnte für den Versicherer auch die Frage auftauchen, ob sich der Versicherungsnehmer vielleicht grob fahrlässig verhalten oder seine Pflichten nicht erfüllt hat – das hätte zu einer Leistungskürzung (Quotelung) führen können. Schließlich lassen Versicherer bei größeren Schäden auch gern prüfen, ob eine Unterversicherung vorliegt (Ist die Versicherungssumme hoch genug?) und alle Angaben im Versicherungsantrag korrekt waren? Anderenfalls kann die Versicherung ebenfalls die Erstattung kürzen, vom Vertrag zurücktreten oder ihn gar anfechten.

 

Fazit zum Artikel „Frost, Rohrbruch, Wasserschaden Versicherung?“

Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig es ist, dass bereits beim Abschluss einer Versicherung vernünftig beraten wird, alle Angaben korrekt gemacht werden und man als Verbraucher auch im Schadensfall mit seinem Versicherungsmakler einen Fachmann auf seiner Seite hat: Der Versicherer erkannte schnell, dass er für den Schaden leisten muss; eine Unterversicherung lag nicht vor; Obliegenheiten waren nicht verletzt; der Versicherungsnehmer hatte sich nicht grob fahrlässig verhalten.  In der Folge kam der Versicherer für die mit solchen Schäden zusammenhängenden Kosten unseres Mandanten auf: Vom Mietausfall, über Aufräumkosten, Trocknungskosten, Mehrverbrauch an Strom, Santitärinstallationen, Fliesenlegerarbeiten, Schreinerarbeiten, Malerarbeiten bis zu Garten- und Landschaftsbauarbeiten für die unterspülte Terrasse sowie Reinigungsarbeiten: In der Summe weit über 70.000 EUR. Frost, Rohrbruch? Wasserschaden Versicherung? Ohne entsprechend passenden Versicherungsschutz wäre die Existenz unseres Mandanten gefährdet gewesen: Schließlich war das Haus zum Schadenzeitpunkt erst ein paar Jahre alt und noch längst nicht ‚abbezahlt’…

 

 

Kommentare zu diesem Beitrag

Rohrbruch? Wasserschaden Versicherung? | Finance Planet  |   9. März 2011 um 01:10 Uhr

[…] Rohrbruch? Wasserschaden Versicherung? […]

[…] ist also wichtig die Wasserleitungen zu prüfen, um einen baldigen Rohrbruch und damit auch Wasserschaden zu vermeiden. Wenn es dazu kommt, fallen nicht nur für […]

[…] weil diese Form des Wohnens einige Vorteile verspricht. Die Frage ist, wer was bezahlt, wenn Wasserschäden entstehen, ein Brand das Eigentum vernichtet oder die Wohnung von einem Einbruch heimgesucht wird. […]

Sanne  |   24. Januar 2012 um 22:34 Uhr

Ich meine das sollte alles abgesichert sein 🙂

Peter  |   18. Dezember 2012 um 14:01 Uhr

Eine Gebäudeversicherung ist (sofern man in keiner Mietwohnung wohnt) wirklich eine Grundvorraussetzung – meiner Meinung nach!

Ohne diese würde ich auch garnicht in (m)ein Haus ziehen, man sieht ja, was sonst passieren kann. Und ein Rohrbruch der das Haus zum Eispalast werden lässt ist sicher nicht die einzige Sache die einem schnell in die Insolvenz treiben kann.

– Peter

Installateur Wien für Wasserschaden  |   12. September 2017 um 16:25 Uhr

Tolle Tipps.
Vielen Dank für den Beitrag.
Lg aus Wien

Maria Erdmann  |   8. Dezember 2017 um 13:12 Uhr

Vielen Dank für den Blog. Meine Nachbarin hatte vor kurzem einen Wasserschaden und das hat ihr auch sehr viel Aufwand verursacht. Mann kann einiges auch vorbeugen, damit es nicht so weit kommt. Nach professioneller Hilfe wurde sie schnell im Internet fündig und war sehr zufrieden. Eine Versicherung in Hinblick auf solche Fälle klingt sehr interessant.

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