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Provision, Courtage oder Honorare für die Beratung?

 

Provision, Courtage, Honorare: Die Diskussion um Kosten in Versicherungen

Provision, Courtage, Honorar - UnterschiedeIn den letzten Jahren, verstärkt seit Beginn der Bankenkrise 2008, wird hauptsächlich in Politik und von Seiten des steuerfinanzierten Berufsverbraucherschutzes über die Kosten in Versicherungsprodukten diskutiert. Es wird behauptet, die „Provisionen“ seien zu hoch und Produkte würden quasi automatisch nur nach der Höhe der Provision und nicht nach dem Bedarf des Kunden vermittelt. Die Lösung sollen eventuell Versicherungstarife bringen, in die keine Kosten für den Vermittler mehr einkalkuliert sind (sogenannte Nettotarife). Stattdessen soll der Kunde bei dem Vermittler seines Vertrauens dessen Kosten direkt bezahlen.
Vorab zur Klarstellung: „Provisionen“ gibt es nur bei Versicherungsvertetern, bei Versicherungsmaklern heisst die Entlohnung „Courtage“.

In diesem Zusammenhang fällt oft das Wort ‚Honorarberatung‘, das meint, man bezahlt zukünftig für die Beratung (wie jetzt bereits bei Versicherungsberatern) und nicht mehr für die Vermittlung (wie bislang bei Versicherungsvertretern und in der Regel Versicherungsmaklern).

Gelegentlich wird die Behauptung aufgestellt, durch die flächendeckende Einführung der Honorarberatung würden die Kosten für Verbraucher deutlich günstiger.

Matthias Helberg hat bereits im Frühjahr 2008 – also vor der Bankenkrise – mit vielen Berufskollegen zusammen die Initiative Gemeinsame Erklärung gegründet, die mehr Möglichkeiten für Versicherungsmakler forderte, ihre Arbeit entlohnt zu bekommen und nicht, wie bislang üblich, nur im „Erfolgsfall“, also im Fall eines vermittelten und zustande gekommenen Versicherungsvertrages.

Bereits seit Herbst 2008 werden in der Folge zum Beispiel KFZ-Versicherungen von Helberg Versicherungsmakler zu einem  Teil auf Basis provisionsfreier Versicherungstarife mit separater Courtagerechnung vermittelt. Anders als bei der ‚Honorarberatung‘ angedacht, sind damit nicht nur die Beratung, sondern auch die Vermittlung und der anschließende Service, zum Beispiel im Schadensfall, abgegolten.

Lesen Sie hier einen Diskussionsbeitrag von Matthias Helberg zu den Unterschieden zwischen Versicherungsberatern und Versicherungsmaklern, unterschiedlichen Aufgaben und Kosten und eine Einschätzung zu den Folgen der Umsetzung einer Honorarberatung als Standard im Versicherungsbereich.
Wenn Sie mögen, können Sie uns unten am Ende der Seite Ihre Meinung oder Frage schreiben.

 

Diskussionsbeitrag: Provision, Courtage, Honorar

Die Kernaufgabe und Hauptleistung eines Versicherungsmaklers ist die Besorgung von Versicherungsschutz – dafür erhält er seinen Maklerlohn: Die Courtage. Egal, ob direkt von seinem Auftraggeber, dem Versicherungsnehmer (VN), oder über den ‚Umweg‘ vom Versicherungsunternehmen (VU). Die Courtage ist eine erfolgsabhängige Vergütung (ein Versicherungsvertrag kommt durch die Bemühungen des Maklers zwischen VN und VU zustande) und ist von der Umsatzsteuer befreit. Zur Tätigkeit in Form der Besorgung von Versicherungsschutz ist der Makler nicht zuletzt durch das Sachwalterurteil verpflichtet. In der Folge muss ein Versicherungsmakler ein gewisses Interesse am Zustandekommen eines Versicherungsvertrages entwickeln, will er nicht umsonst gearbeitet haben.

Die Hauptleistung des Versicherungsberaters ist die Beratung und eben nicht die Besorgung von Versicherungsschutz. Seine Entlohnung ist daher keine Courtage, sondern ein Honorar, auf das Umsatzsteuer fällig wird – wie bei anderen Beratern (Rechtsanwälten, Steuerberatern) auch. Ob ein Versicherungsvertrag zustande kommt, ist für die Tätigkeit des Versicherungsberaters also von weniger großer (wirtschaflticher) Bedeutung, als für den Versicherungsmakler. Dafür kann ein Versicherungsberater ein gewisses Interesse an komplexen Recherchen und großer Beratungstiefe entwickeln, um die Beratungsleistung und damit ebenfalls seine Entlohnung zu erhöhen.

Die Problematik für den Versicherungsmakler ist es, unter Umständen eine Beratungsleistung (im Vorfeld einer Vermittlung) zu erbringen, für die er per Courtage nicht vergütet wird, da im Anschluss kein Versicherungsvertrag zustande kommt. Wenn die Rechtsauffassung die sein sollte, dass er in einem solchen Fall eben Pech gehabt hat, ist der vollkommen logische Rückschluss, dass dann eben die erfolglosen Vermittlungsversuche (Beratungen) durch die erfolgreichen Vermittlungen mitfinanziert werden müssen – wodurch sich ein Courtageniveau begründet, das gelegentlich deutlich über dem liegt, was für diese eine erfolgreiche Vermittlung eigentlich notwendig ist. Ob das ‚gerecht‘ ist, sei dahingestellt.

Die Problematik für den Versicherungsberater ist es, seine Beratungsleistung offen berechnen zu müssen, während der Großteil der Branche die Kosten für Beratung, Vermittlung und Betreuung gern unter den Teppich kehrt. Wie schwer das ist, zeigt sich relativ plausibel an der sehr überschaubaren Zahl registrierter Versicherungsberater.

An dieser Stelle vereinen sich die Interessen derjenigen, die im Sinne ihrer Mandanten eine erstklassige Dienstleistung erbringen wollen – egal in welchem Berufsstatus. Eine erstklassige Arbeit kann es nun einmal auf Dauer nicht für eine drittklassige Entlohnung geben – vor allem aber nicht umsonst.

Das ist auch der Punkt, bei dem viele Diskussionen und der Standpunkt steuerfinanzierter Berufsverbraucherschützer in die Irre laufen: Es wird eben nichts für Verbraucher billiger, wenn allein Provisionen oder Courtagen aus den Produkten herausgerechnet werden und es eine separate Vergütung für Beratung und / oder Vermittlung gibt: Es werden nur die Kosten transparenter deklariert – allerdings wäre allein das schon ein großer Schritt nach vorn, sofern es alle Marktteilnehmer machen müssten.

In der Folge – und darüber muss man offen sprechen – wird es dazu kommen, dass derjenige, der wenig investieren will oder kann, auch wenig bekommen wird (Produkte von der Stange ohne Beratung, ausschließlich Fernabsatz, Selbstbedienung mit allen damit verbundenen Gefahren) während diejenigen, die eine gute Dienstleistung einfordern (individuelle Analyse, persönliche Beratung, Serviceleistungen, Unterstützung im Schadensfall) dafür auch angemessen werden bezahlen müssen.

Es würde also mit Sicherheit transparenter, vielleicht sogar gerechter, aber eben nicht billiger für jeden.

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