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Courtage – der Maklerlohn

 

Courtage - der MaklerlohnCourtage – was kostet die Arbeit eines Versicherungsmaklers?

Üblicherweise ist der Maklerlohn für den erfolgreich vermittelten Versicherungsvertrag Bestandteil der Versicherungsprämie. Diesen Maklerlohn nennt man Courtage.
Die Versicherungsgesellschaft bekommt von Ihnen die Versicherungsprämie und kehrt einen Teil davon als Courtage an den Versicherungsmakler aus.

Nicht zutreffende Bezeichnungen des Maklerlohns für einen erfolgreich vermittelten Versicherungsvertrag sind Ausdrücke wie ‚Provision‘ und ‚Honorar‘:
Von Provision spricht man bei Versicherungsvertretern. Von Honorar spricht man bei reinen Beratungsdienstleistungen, die Versicherungsmakler nur in bestimmten Bereichen (Nicht-Verbraucher also Firmen, Selbständige etc. und für Arbeitnehmer nur im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung) erbringen dürfen.

Ein Versicherungsmakler kann auch bereits bestehende Verträge für Sie verwalten und in seine Betreuung nehmen. Auch in diesem Fall bekommt der Makler oftmals (aber keinesfalls immer) einen Teil Ihrer Versicherungsprämie von der Versicherungsgesellschaft für seine Arbeit erstattet.

Wenn Sie also über einen Versicherungsmakler einen Versicherungsvertrag abschließen, oder einen bestehenden Vertrag in seine Verwaltung geben, werden Sie meist nichts zusätzlich für die Vermittlung zahlen müssen. „Umsonst“ kann aber auch ein Versicherungsmakler nicht arbeiten.

 

Wie hoch ist die Courtage des Versicherungsmaklers?

Die Höhe der Courtage eines Versicherungsmaklers ist von zahlreichen Faktoren abhängig: Von der Versicherungssparte (z.B. KFZ-Versicherung, Hausratversicherung, Krankenversicherung, Lebensversicherung), der Höhe der Versicherungsprämie, die der Kunde zahlt, manchmal von der Laufzeit eines Vertrages, vom Inhalt der Courtagezusage durch die Versicherer.

 

Courtage bei Sachversicherungen

In den SHUK Sparten (steht für Sach-, Haftpflicht-, Unfall-, Kraftfahrtversicherung) lautet das Prinzip: X % von der Versicherungsprämie ohne Versicherungssteuer, so lange der Vertrag läuft und keine anderweitige Betreuung durch den Kunden gewünscht wird.

Wenn Sie beispielsweise eine Single-Privathaftpflichtversicherung mit einem Jahresbeitrag von 58 EUR abschließen, sieht die Rechnung so aus:

Jahresbeitrag: 58 EUR abzgl. 19% Versicherungssteuer = 48,74 EUR ohne Steuer. Davon (abhängig vom Versicherer und Tarif) etwa 20 – 25% Courtage = 9,75 EUR bis 12,16 EUR. Dafür übernimmt der Versicherungsmakler die Marktsondierung, Beratung, Vermittlung, Dokumentation und steht während der Vertragslaufzeit als Ansprechpartner oder auch zur Unterstützung im Schadensfall zur Verfügung.

In der KFZ-Versicherung dürfte die durchschnittliche Courtage bei 6 – 8% liegen. Wenn Sie also 400 EUR für Ihre KFZ-Versicherung zahlen: 400 EUR abzgl. 19% Versicherungssteuer = 336,14 EUR ohne Steuer, also 20,17 EUR bis 26,90 EUR an Courtage. Die Dienstleistung des Maklers dafür: Siehe oben, wobei in der KFZ-Versicherung zusätzlich noch Änderungen der Tarifmerkmale (mehr Fahrleistung, andere Fahrer), Fahrzeugwechsel, Rabattübertragungen und andere Tätigkeiten mehr hinzu kommen.

 

Courtage bei Krankenversicherungen

In der Krankenversicherung richtet sich die Courtagehöhe ebenfalls nach dem Versicherungsbeitrag. Wegen  der enormen Beratungsintensivität (wenn man es richtig machen will) und dem Umstand, dass längst nicht jeder Antragssteller überhaupt versichert werden kann, wird die Vergütung nicht pro Jahr gezahlt, sondern zum größten Anteil als Abschlusscourtage einmalig bei Vertragsbeginn. Versicherungsmakler erhalten unseres Wissens durchschnittlich etwa 7 Monatsbeiträge auf die Kranken- und 1,8 Monatsbeiträge auf die Pflegepflichtversicherung.  Für die Vermittlung einer privaten Krankenversicherung mit einem Monatsbeitrag von 300 EUR und einer Pflegepflichtversicherung von 25 EUR erhält ein Versicherungsmakler also durchschnittlich etwa 2.145 EUR – wenn der Kunde 5 Jahre bei diesem Versicherer bleibt. Wechselt der Kunde vorher den Versicherer, oder wird wieder versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Krankenversicherung, muss der Versicherungsmakler im Rahmen der Stornohaftung die Courtage anteilig zurück zahlen. Ist der Kunde beispielsweise nach einem Jahr weg, bleiben dem Makler im Beispiel oben 429 EUR – der Rest ist an den Versicherer zurück zu zahlen. Der Beratungsaufwand war jedoch der gleiche.

 

Courtage bei Lebensversicherungen

Auch in der Lebensversicherung wird in der Regel aus gleichem Grund (hoher Beratungsaufwand, wenn man es richtig machen will, längst nicht jeder Antrag wird auch angenommen) die Courtage zum größten Teil als einmalige Abschluss-Courtage gezahlt. Diese werden nicht in Monatsbeiträgen errechnet, sondern in Prozent der Bewertungssumme. Die Bewertungssumme richtet sich (meist) nach den garantierten Beiträgen der vereinbarten Vertragslaufzeit und kann durch Laufzeitfaktoren und Bewertungsfaktoren seitens des Versicherers begrenzt oder erhöht werden. Die normale Rechenweise sieht so aus: Jahresbeitrag x Jahre Laufzeit x X % Abschluss-Courtage. Für eine Lebens- / Renten- / Berufsunfähigkeitsversicherung, für die der Kunde 1200 EUR im Jahr zahlt und die 30 Jahre läuft, ergibt sich in der Regel eine Bewertungssumme von 36.000 EUR. Sieht der Tarif und die Courtagezusage des Versicherers eine Courtage in Höhe von 4% vor, ergibt sich also ein Courtagebetrag von 1.440 EUR. Auch hierbei gilt wieder eine 5 jährige Courtagehaftung: Kündigt der Kunde nach einem Jahr, muss der Versicherungsmakler auf Grund eines Gesetzes 4/5, also 1.152 EUR, zurückzahlen und kann nur 288 EUR behalten, trotz vollständig erbrachter Beratungs- und Vermittlungsleistung. Wegen der Vielzahl von Tarifen mit unterschiedlichen Vergütungsfaktoren, Unterschieden in der Privaten oder Betrieblichen Altersversorgung ist die Zahl 4% mit Vorsicht anzunehmen. Die konkrete Courtagehöhe kann sowohl weitaus niedriger, aber auch höher liegen.

Manche Versicherer fordern, um sich selbst abzusichern, für vermittelte Kranken- oder Lebensversicherungen Beiträge vom Versicherungsmakler zu einer Vertrauenschadenversicherung. Diese soll dann einspringen, falls der Makler nicht in der Lage ist, die Courtage im Rahmen der Stornohaftung zurück zu zahlen. Alternativ oder auch zusätzlich zahlen viele Versicherer nicht 100% der Courtage an den Versicherungsmakler aus, sondern behalten beispielsweise 10% als sogenannte Stornoreserve ein.

Was wir hier für das bessere Verständnis kurz und mit konkreten Zahlen benennen, ist in der Praxis ein kompliziertes Verfahren. So hat die längste uns vorliegende Courtagezusage einen Umfang von 50 DIN A4 Seiten mit inzwischen knapp einem Dutzend Ergänzungen: Nicht sehr transparent und alles andere als einfach zu verstehen. Eben, wie Versicherungen.

 

Die Kehrseite

Courtage -die Vergütung des VersicherungsmaklersWas sich auf der einen Seite komfortabel anhört („Nichts zahlen ausser der Versicherungsprämie“), hat natürlich auch eine andere Seite:

  1. Ein Makler wird im Regelfall verständlicher weise nur an die Versicherer vermitteln, die ihm vorher schriftlich bestätigt haben, für einen vermittelten Vertrag eine Courtage zu zahlen. Das machen zwar inzwischen sehr viele, aber längst nicht alle Versicherer;
  2. Obwohl Sie als Kunde der Auftraggeber des Maklers sind, ist es die Versicherungsgesellschaft, die die Höhe der Courtage zusagt und weitere Regularien festlegt;
  3. Im Allgemeinen erfahren Sie nicht automatisch, sondern erst auf Nachfrage, welche Vergütung der Makler für seine Arbeit bekommt;
  4. Die Höhe der Courtage – und das ist der Kritikpunkt, der am seltensten angebracht wird und unseres Erachtens doch am ehesten kritikwürdig ist – verhält sich proportional zu dem Beitrag, den der Kunde an den Versicherer zahlt.

 

Würden Sie lieber den Versicherungsmakler direkt bezahlen, wenn parallel die Versicherungsprämien ungefähr in gleicher Größenordnung günstiger würden?

 

Ausblick

Courtage - wie sieht die Zukunft der Versicherungsmakler aus?Wie sieht die Vergütung des Versicherungsmaklers in der Zukunft aus?

Derzeit arbeiten wir daran, Ihnen alternative Möglichkeiten anzubieten, unsere Arbeit zu entlohnen. Wir sind der Meinung, dass Mandant und Versicherungsmakler diejenigen sein sollten, die Art und Höhe der Vergütung des Maklers bestimmen sollten – nicht ein Versicherer.

Allerdings stecken diese alternativen Vergütungsformen derzeit noch „in den Kinderschuhen“: Vor allem deshalb, weil erst wenige Versicherer Tarife ohne einkalkulierte Vergütung („Nettotarif“) für den Versicherungsmakler überhaupt anbieten.

Um für Sie mehr Wahlmöglichkeiten zu schaffen, haben wir bereits im Januar 2008 mit Kollegen die „Initiative ‚Gemeinsame Erklärung‘ “ in’s Leben gerufen. Falls Sie das Thema weitergehend interessiert, schauen Sie mal auf www.versicherungsmakler2008.de/ vorbei.

Lesen Sie auch den Diskussionsbeitrag von Matthias Helberg zum Thema Provisionen, Honorare, Bezahlung.

Im Jahr 2012 hat der Anteil der Courtage, die statt der Versicherer unsere Kunden direkt an uns zahlten, 14% erreicht. Immerhin.

Im Juni 2017 sollte ein neues Gesetz es Versicherungsmaklern verbieten, sich überhaupt direkt von den eigenen Kunden vergüten zu lassen. In der sprichwörtlich letzten Minute wurde dieses unsinnige Vorhaben wieder zurückgenommen.

 

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