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08
Feb
2014

Süddeutsche Zeitung: Helberg wirft Allianz Heuchelei vor

Kategorie: Medienecho, Publikationen, Versicherungsmakler  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  4 Kommentare

Heute berichtet die Süddeutsche Zeitung (Wochenendausgabe) über meine Kritik am GDV-Kodex und dem scheinheiligen Umgang der Allianz damit.

 

„Die Allianz und die Moral“

Süddeutsche Zeitung: Helberg wirft Allianz Heuchelei vorUnter dem Titel „Die Allianz und die Moral“ schreibt Herbert Fromme in der Süddeutschen Zeitung vom 08.02.2014 auf Seite 30 über meine Kritik am GDV-Kodex für die Versicherungsvermittlung und dem scheinheiligen Umgang der Allianz damit.

Aktualisierung 10.02.2014: Hier lesen Sie den Artikel jetzt auch im Volltext.

Zunächst schlägt Herbert Fromme einen Bogen über meine Kritik vom letzten Sommer am Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen durch Stiftung Warentest / Finanztest:

„Die Stiftung tat Helbergs Einwände ab, aber sein Blogbeitrag ‚Avanti dilettanti‘ machte Furore (…)“

Weiter heißt es:

„Gerade streitet sich der 50-jährige Makler mit dem Drei-Mann-Betrieb mit dem Marktriesen Allianz. Dabei geht es um den Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb.“

 

„Bei der Allianz gibt man sich wortkarg“…

… weiß Fromme zu berichten und zitiert einen offiziellen Sprecher der Allianz:

„Die Sonderförderung ist mit dem GDV-Kodex vereinbar, das haben wir auch intensiv geprüft.“

 

Süddeutsche Zeitung: „Helberg wirft dem Konzern Heuchelei vor“…

… beginnt der letzte Absatz und erklärt:

„Denn zeitgleich mit der Ankündigung der Sondervergütung erhielt er einen Brief von der Allianz, in der diese sich das Recht herausnimmt, künftig die Einhaltung des GDV-Kodex bei ihm, dem Makler, zu prüfen.“

Süddeutsche Zeitung: Helberg wirft Allianz Heuchelei vor. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 08.02.2013, Seite 30

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Herbert Fromme und die Redaktion der Süddeutschen Zeitung!

Wie es in dieser Sache weitergeht, erfahren Sie unter meinem Ursprungsartikel als Nachtrag.

 

Der Artikel „Die Allianz und die Moral“ im Volltext

Wir können Ihnen nun den kompletten Artikel hier zur Verfügung stellen. Vielen Dank dafür an die Süddeutsche Zeitung! Urheber-Hinweis: Autor: Herbert Fromme, Süddeutsche Zeitung, Ausgabe vom 08.02.2014, Seite 30:

 

„Die Allianz und die Moral

Warum sich ein kleiner Makler mit dem Großkonzern anlegt

Köln – Matthias Helberg ist ein streitbarer Mensch. Und geschäftstüchtig. Im Sommer 2013 legte sich der Versicherungsmakler aus Osnabrück mit der Stiftung Warentest an und warf ihr vor, beim Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen wesentliche Teile der Bedingungen nicht richtig bewertet zu haben. Die Stiftung tat Helbergs Einwände ab, aber sein Blogeintrag „Avanti Dilettanti“ machte Furore – und er hat seither gut zu tun mit der Vermittlung von: Berufsunfähigkeitspolicen.

Gerade streitet sich der 50-jährige Makler mit dem Drei–Mann-Betrieb mit dem Marktriesen Allianz. Dabei geht es um den Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb. Mit dem 2012 verabschiedeten Kodex will die Branche das skandalöse Image des Versicherungsvertriebs loswerden.

Revolutionär ist der Kodex nicht, bietet aber dennoch Anlass zur Auseinandersetzung. Makler Helberg beschäftigt vor allem Punkt 9: „Zusatzvergütungen mit Versicherungsmaklern.“ Das sind Sonderprovisionen, die Versicherer an Makler bei Erreichen bestimmter Umsatzziele zahlen. Sie „können die Unabhängigkeit des Versicherungsmaklers tangieren“, heißt es wachsweich beim GDV. „Es ist daher darauf zu achten, dass solche Vereinbarungen die Unabhängigkeit des Maklers und das Kundeninteresse nicht beeinträchtigen.“

In Deutschland werden Versicherungen meistens von Vertretern oder Maklern verkauft. Vertreter handeln im Auftrag des Versicherers, Makler sind per Gesetz Interessenvertreter des Kunden und nicht des Versicherers. Sie müssen das für den Kunden beste Angebot im Markt finden.

„Dem widersprechen Sondervergütungen, wie sie von der Allianz angeboten werden“, findet Helberg. Denn Deutschlands größter Versicherer bietet Vermittlern, die 2014 mit dem Konzern Verträge mit einer Bewertungssumme von mehr als 500 000 Euro abschließen, vier Promille Sonderprovision – aber nur für bestimmte Angebote. Das sind fondsgebundene Verträge, das neue Allianz-Angebot „Perspektive“ sowie Risikoverträge, nicht aber die klassischen Lebensversicherung mit Zinsgarantie.

„Das ist eine unzulässige Beeinflussung des Maklers, die sich nicht gehört“, sagt Helberg. Er macht folgendes Beispiel auf: Um 500 000 Euro Bewertungssumme zu erreichen – das sind grob gesagt alle Prämien, die Kunden mit Neuverträgen im Laufe des Vertragslebens einzahlen – muss ein Makler 14 oder 15 Lebensversicherungen an Kunden verkaufen, die 100 Euro im Monat ansparen. „Das ist heute viel.“ Dafür erhält er rund 40 Promille normale Provision, das wären 20 000 Euro. Knackt er die Prämien-Grenze von 500 000 Euro, zahlt die Allianz noch einmal vier Promille Sonderprovision.

„Nehmen wir an, ein Makler hat im Laufe des Jahres Verträge für 450 000 Euro bei der Allianz untergebracht und berät im Dezember zwei Kunden zur Altersvorsorge“, sagt Helberg. „Wie groß ist dann die Versuchung für manchen Kollegen, diese Verträge bei der Allianz zu platzieren, um die 500 000 Euro zu erreichen, selbst wenn ein anderer Versicherer ein besseres Angebot hat?“ Und wie groß sei der Druck, fondsgebundene Verträge oder die „Perspektive“ zu verkaufen statt klassischer Lebensverträge, weil der Bonus winkt?

Bei der Allianz gibt man sich wortkarg. „Die Sonderförderung ist mit dem GDV-Kodex vereinbar, das haben wir auch intensiv geprüft“, teilt ein Sprecher offiziell mit. Inoffiziell heißt es noch, dass doch viele Versicherer Sonderprovisionen zahlten, und die Allianz mit ihren Provisionen ohnehin so niedrig liege, dass Provisionsjäger kaum auf den Gedanken kämen, Geschäft gezielt dorthin zu tragen.

Helberg wirft dem Konzern Heuchelei vor. Denn zeitgleich mit der Ankündigung der Sonderprovision erhielt er einen Brief von der Allianz, in der diese sich das Recht herausnimmt, künftig die Einhaltung des GDV-Kodex bei ihm, dem Makler, zu prüfen. Helberg will das nicht einsehen – und hat bei der Allianz Widerspruch zu Protokoll gegeben.

Herbert Fromme“

Kommentare zu diesem Beitrag

Unbekant  |   18. Februar 2014 um 18:53 Uhr

Ha, Ha,
der gute Makler denk nur an die Kunden und nicht an sich. Das zu verdienende Geld ist nicht so wichtig.
Wers glaubt.

E. Stopp  |   20. Februar 2014 um 19:34 Uhr

Solche Makler sollte es geben!! Die auf der Seite Ihrer Mandanten stehen!
Auf meiner Homepage kann jeder Besucher lesen:
Rürup – und Riester R Enten empfehle ich nicht. Die Nachteile sind zahlreich, Rendite ist nicht zu erwarten. Ich verzichte gern auf diese Einnahmen aus diesen Produkten. Das Wort “ Mogelpackung “ halte ich für angebracht.
Eberhard Stopp Versicherungsmakler aus Sachsen.

Roland Eichhorn  |   22. Mai 2015 um 08:02 Uhr

Ich verstehe die Diskussion und gleichzeituig verstehe ich sie nicht. Was interessieren mich als Makler Umsatzziele oder Umsatzvorgaben der Gesellschaften, oder was auch immer das ist oder sein soll. AZ kann mir doch in die Vereinbarung reinschreiben, was sie will. Wenn ich meine Tätigkeit als Interessenvertreter meiner Kunden ernst nehme, werden mich solche Lockangebote nicht interessieren.
Roland Eichhorn, Berlin

Matthias Helberg  |   22. Mai 2015 um 08:11 Uhr

Hallo Herr Eichhorn, schönen Dank für den Kommentar. Das sehe ich ähnlich wie Sie. Bitte den Wettbewerb aber im zeitlichen Zusammenhang mit dem Nachtrag der Allianz zum GDV-Kodex sehen: Kodex beitreten, Makler dazu verpflichten wollen und sich selbst nicht um den Kodex scheren – das kann man so nicht hinnehmen.

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