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19
Jun
2014

Ein Jahr „avanti dilettanti“ – ein Rückblick

Kategorie: Berufsunfähigkeitsversicherung, Verbraucherschutz  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  0 Kommentare

Heute vor einem Jahr erschien an dieser Stelle der Artikel „Finanztest Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2013 ‚Avanti dilettanti‘. Ein kurzer Blick zurück.

Avanti dilettanti - ein Jahr danachDas Maß war einfach voll an jenem 18. Juni 2013: Ein erster Blick vormittags auf den an diesem Tag veröffentlichten jüngsten Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen durch Stiftung Warentest und ihre Finanztest-Redaktion offenbarte zahlreiche Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten. Je mehr ich  beim Lesen des Tests vorankam, desto größer wurde meine Erschütterung und mein Entsetzen. Da legte Deutschlands damals noch anerkannteste Verbraucherschutz-Organisation einen schlampig gemachten Test vor, gab seinen Lesern unverantwortliche Empfehlungen und vergab bei 3/4 aller getesten Tarife die Bestnote „SEHR GUT“. Ein kleiner, aber passender, Beigeschmack  war die parallel angekündigte Erhöhung der Lizenzgebühren zur Nutzung des Test- / Finanztest-Logos durch die Getesteten von 500.- auf 7.000. – 15.000.- EUR pro Tarif und Jahr.

Meine erste Reaktion war dieser Tweet:

In der Nacht auf den 19. Juni schrieb ich jenen Artikel und verwendete, um die Kritik auf den Punkt zu bringen, die Worte „avanti dilettanti“ – Vorwärts, Ihr Stümper! Was anschließend geschah, war nicht voraus zu sehen.

 

Mehr als ein paar Wellen

„Unsere Finanztest Kritik schlägt Wellen“ – unter diesem Titel haben wir bis heute die Reaktionen auf „avanti dilettani“ zusammengefasst. Jüngst berichtete beispielsweise die Frankfurter Rundschau und schrieb am 04.06.2014:

„Selbst die Stiftung Warentest zeigt sich sehr zufrieden. In einer Untersuchung, die die Zeitschrift „Finanztest“ im vergangenen Juli veröffentlicht hatte, schnitten 58 von 75 untersuchten Tarifen mit der Note „sehr gut“ ab. Schon damals gab es erheblichen Protest gegen die Untersuchung.

Der Versicherungsmakler Matthias Helberg erklärte, der Test sei „unverantwortlich gestrickt“ und verwies unter anderem darauf, dass die Stiftung die Vertragsklauseln nicht ausreichend geprüft habe.“

Heute, nach einem Jahr, darf man wohl feststellen, das niemals zuvor ein einziger Blogartikel eines „kleinen Versicherungsmaklers“ (O-Ton Süddeutsche Zeitung) mehr Beachtung in der Versicherungsbranche und den Medien gefunden hat, als „avanti dilettanti“. Und auch das: Man mag zum Internet und den Sozialen Medien stehen wie man will: Ohne beides wäre die Kritik kaum so publik geworden.

 

Was hat sich bei Stiftung Warentest seither geändert?

Auf den ersten Blick: Nicht so viel. Weiterhin wird der blamable Test für gutes Geld an Verbraucher verkauft: Und das, obwohl kaum noch eine der damals getesteten Versicherungsbedingungen so heute noch Bestand hat. Die eigenen finanziellen Interessen, durch das Stiftungsmodell und die Niedrigzinsphase von besonderer Bedeutung, scheinen wohl doch schwerer zu wiegen, als der Anspruch, Verbrauchern wirklich nützliche Infos zu liefern.

Stiftung Warentest: Veraltete Ergebnisse werden noch heute für gutes Geld an Verbraucher verkauft

Eine der ersten Maßnahmen der Stiftung Warentest war damals, den eigenen @finanztest – Twitteraccount zu schließen. Dabei waren dessen Reaktionen bei weitem das Beste und Sympathischte, was die Stiftung in dem Zusammenhang von sich gab.

Vor vierzehn Tagen wurde nun überraschend bekannt, dass Hermann-Josef Tenhagen die Chefredaktion von „Finanztest“ zum 01.10.2014 aufgibt. Was auch immer die Gründe dafür sein mögen.

Herr Tenhagen hatte damals mit uns in der flink gegründeten Facebook -Gruppe „Friends of Finanztest Baldrian Rabatt“ diskutiert, sich jedoch teflonbeschichtet gegeben: Von der Kritik sollte nichts anhaften. Nunmehr wechselt er zu einem bis dato unbekannten startup Unternehmen, das sich ebenfalls den Verbraucherschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Und auf Provisionen im Finanzvertrieb nicht gut zu sprechen ist. Und sich offenbar finanziert durch: Provionen. Provisionen, die beispielsweise Versicherer für das Anklicken sogenannter Affiliate-Links zahlen – manchmal erst dann, wenn anschließend ein Versicherungsvertrag zustande kommt… 

 

Langsam wird auch Stiftung Warentest kritischer beäugt

Jahre- ja jahrzehntelang galt Stiftung Warentest als unangefochtene Instanz in Sachen Verbraucherschutz – von Öffentlichkeit und Medien nahezu vollkommen unkritisch hinterfragt: Ein idealer Nährboden für Fehlentwicklungen. Und so erstaunt es nicht sonderlich, dass sich unhaltbare Aussagen nicht nur im Bereich Versicherungen finden (wie jüngst Empfehlungen zur privaten Krankenversicherung, oder der nicht weniger missratene Online-Versicherungs-Check), sondern auch andere Branchen betrifft.

 

 

Und bei uns?

Für uns ist beinahe nichts mehr so, wie es vor dem 19.06.2013 war. Im positiven Sinne ist ein Damm gebrochen. Tag für Tag gelangen nun Verbraucher, Selbstständige und Freiberufler bei ihrer Recherche zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf unsere Seiten und oft auch direkt auf den „avanti dilettanti“- Artikel. Viele erleben beim Lesen ganz hautnah, wie komplex das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich ist. Und wie sinnvoll und notwendig eine wirklich kompetente individuelle Beratung in dem Zusammenhang ist.

Für mich und mein wachsendes Team ist all das gleichermaßen Ansporn und Herausforderung. Vielen, vielen Dank daher Ihnen allen für die vielen Anfragen, das immense Vertrauen, das häufige Lob. Wir werden auch weiterhin alles geben, um möglichst gute Lösungen für Sie zu finden. Und ein bisschen, ein ganz kleines bisschen, werden wir am heutigen 19.06.2014 auch feiern.

 

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