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18
Feb
2013

„Unabhängiger Versicherungsmakler“ – Erwartung, Anspruch, Realität

Kategorie: Versicherungsmakler  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  0 Kommentare

„Sind Sie ein unabhängiger Versicherungsmakler?“ werde ich manchmal gefragt. Früher habe ich die Frage stets spontan und guten Gewissens mit „Ja“ beantwortet. Heute stelle ich meist die Gegenfrage: „Was verstehen Sie denn unter Unabhängigkeit?“ Anscheinend gibt es da bedeutende unterschiedliche Erwartungshaltungen und Vorstellungen. Dröseln wir sie auf.

 

„Ein unabhängiger Versicherungsmakler arbeitet mit allen Versicherern zusammen“

Unabhängiger Versicherungsmakler in der Praxis

Die Vorstellung, ein unabhängiger Versicherungsmakler arbeite mit allen Versicherungsgesellschaften zusammen, habe ich sehr oft gehört. Und auch den Umkehrschluss: „Wenn der Makler nicht mit allen Versicherern zusammen arbeitet, ist er auch nicht wirklich unabhängig.“

Diesen Anspruch halte ich für unerfüllbar – warum? Die für die Aufsicht von Versicherungsgesellschaften grundsätzlich zuständige Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin nennt auf ihrer Homepage Zahlen:

„Es stehen rund 600 Versicherungsunternehmen und 30 Pensionsfonds unter Aufsicht der BaFin. Unter Landesaufsicht stehen knapp 1.000 meist regionale tätige kleinere Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. „

Hinzu kommen Versicherungsunternehmen mit Sitz in einem anderen EU-Staates oder einem Vertragsstaat des EWR, die im Wege des Dienstleistungsverkehrs Geschäfte in Deutschland betreiben. Diese unterstehen primär nicht der BaFin Aufsicht. Wenn ein unabhängiger Versicherungsmakler also mit allen Versicherungsgesellschaften zusammen arbeiten sollte, müsste er bei bundesweiter Tätigkeit mit rund 1600 Versicherungsgesellschaften kooperieren. Von Ihnen Informationen erhalten und verarbeiten. Und deren Tarife kennen, manchmal 3 pro Versicherer und Versicherungssparte. Und deren Annahmebedingungen in Theorie und Praxis kennen. Und sie laufend auf aktuellem Stand halten, schließlich ändern viele Versicherer ihre Versicherungsbedingungen und die Beitragshöhe jährlich… In der Praxis auch unter Einsatz der besten und teuersten Profi-Software ist das schlicht nicht möglich.

Kein deutscher Versicherungsmakler, kein Vergleichsportal  (und auch niemand sonst) kann wirklich mit allen Versicherungsgesellschaften zusammen arbeiten – geschweige denn, deren Produkte kennen.
Ist das wirklich ein Nachteil, wenn man dafür in jeder Sparte einen großen Teil der TOP-Anbieter vermitteln kann?

 

„Ein unabhängiger Versicherungsmakler sucht das für mich beste / billigste / günstigste Angebot heraus“

Wir leben in einer Werbe-Welt der Superlative: Das höchste Haus der Welt, der höchste freie Fall eines Menschen, das größte Unwetter, das schnellste Auto… und vom Makler das günstigste Angebot für eine Versicherung? Höhe, Geschwindigkeit und Ausmaße kann man messen. Aber wie misst man eine Versicherung?

Was ist „die beste Versicherung“: Die mit den umfassendsten Versicherungsbedingungen, die mit dem schnellsten Service, der größten Kapitalkraft, der höchsten Anzahl von Verträgen, den freundlichsten Mitarbeitern, den stablisten Beiträgen, dem besten Preis- / Leistungsverhältnis? Und was ist eine billige Versicherung: Die mit niedrigem Beitrag, die einen Schaden eventuell nicht übernimmt, oder die mit einem höheren Beitrag, bei der der gleiche Schaden übernommen wird?

Man kann Versicherungsangebote vergleichen. Aber man kann sie nicht messen. Ein seriös arbeitender unabhängiger Versicherungsmakler hilft Ihnen, die für Sie passende Versicherung zu finden, mit der Sie jahrelang zufrieden sind. Vorausgesetzt, Sie wissen, was genau Sie haben wollen – und sagen es ihm. Superlative bei Versicherungen sollten eher mit Vorsicht betrachtet werden.

 

„Ein Versicherungsmakler kann nicht wirklich unabhängig sein, weil er von den Versicherern bezahlt wird“

Bei einem solchen Ausspruch habe ich inzwischen stets ein konkretes Bild vor Augen: Der Versicherungsmakler berät seinen Mandanten, startet zur Unterstützung eine Vergleichssoftware und die berechnet – den Anbieter, der ihm die höchste Provision zahlt. Eine solche Software kenne ich zwar nicht, aber es wird „Kollegen“ geben, für die die Höhe der Provision – oder korrekter Courtage – ein ausschlaggebendes Kriterium für eine Tarif-Empfehlung darstellt. Genau so, wie ich ettliche kompetente Kollegen persönlich kenne, die ein solches Kriterium ganz klar hinter die Interessen ihrer Mandaten stellen. So, wie es sein soll.

Der Vorwurf, nicht unabhängig zu arbeiten, trifft daher besonders die Kollegen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten den passenderen Tarif auch dann empfehlen, wenn ein anderer Versicherer eine höhere Vergütung zahlen würde. Dieses ’standing‘ sollte man als kundenorientierter Versicherungsmakler schon haben. Viele haben es.

Das doofe aus Sicht des Kunden und inzwischen auch der Politik, ist allerdings der Umstand, dass man nicht ohne weiteres erkennen kann, ob ein Makler dieses standing wirklich hat und damit ein wesentliches Merkmal von Unabhängigkeit erfüllt.

Wieviel ist Ihnen die Unabhängigkeit Ihres Versicherungsmaklers wert? Bezahlen Sie den Versicherungsmakler Ihres Vertrauens direkt und lassen Sie sich courtagefreie Tarife vermitteln. Noch ist das eine kleine Nische, viele Versicherer weigern sich, derartige „Nettotarife“ überhaupt anzubieten. Sorgen Sie für entsprechende Nachfrage.

 

Unabhängigkeit, wie wir sie bei Helberg Versicherungsmakler verstehen

Unabhängigkeit bedeutet für mich in erster Linie: Niemand kann mir vorschreiben, welchen Versicherer, welchen Tarif ich zu vermitteln habe. Das ist auch im Prinzip der gesetzlich definierte Unterschied zu Versicherungsvertretern.

Alles darüber hinaus bedarf des Abgleichs zwischen dem, was der Kunde erwartet und der ehrlichen und transparenten Darstellung des Versicherungsmaklers, was er zu leisten im Stande ist.

An diese Versicherer vermitteln wir. Auswahlkriterien. AGB.

 

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