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01
Apr
2014

Stiftung Warentest schützt jetzt Verbraucher: Vor dem eigenen Test.

Kategorie: Satire  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  2 Kommentare

Osnabrück, den 1. April 2014. Rund ein dreiviertel Jahr nach der Veröffentlichung des letzten Tests zur Berufsunfähigkeitsversicherung zieht Stiftung Warentest jetzt Konsequenzen: Man stellt die weitere Vermarktung des desaströsen Tests ein.

Stiftung Warentest schützt Verbraucher. Vor dem eigenen Test. Foto: Stiftung Warentest

Foto: Stiftung Warentest

Im Sommer 2013 – Monate vor dem verlorenen Prozeß gegen Ritter Sport –  war die Stiftung Warentest mit ihrer Zeitschrift Finanztest bereits in die Schlagzeilen gekommen: Der Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2013 von Finanztest war damals als „unvollständig, lückenhaft, gar dilettantisch“ kritisiert worden. Der Vorwurf an die Stiftung, Verbrauchern mit diesem Test unverantwortliche quasi-Empfehlungen zu geben, steht seither im Raum.

 

Stiftung Warentest schützt Verbraucher

Die Reaktion der Redaktion war damals, jegliche Kritik von sich zu weisen. Nun aber scheint sich das Blatt zu wenden. Ein Sprecher der Stiftung:

„Selbstverständlich ist uns der Schutz von Verbrauchern wichtiger, als mit diesem  Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen unseren finanziellen Eigeninteressen nachzugehen.“

Einer solchen Einstellung gebührt höchster Respekt. Schließlich vermarktet Stiftung Warentest bislang nicht nur den Test im Online-Download für 2,50 € je Download / 4,90 € für das Testheft, sondern bemüht sich auch um den Verkauf der Ratingsiegel an die getesteten Versicherer für stolze Summen von 7.000 bis 15.000 € – pro Produkt und Jahr.

 

Getestete Bedingungen waren veraltet

Dass viele Versicherer ihre Versicherungsbedingungen / Tarifdruckstücke seit dem Juli-Test geändert haben ( allein 11 der 15 erstplazierten Tarife) und somit der Test inzwischen gänzlich nutzlos geworden ist, hatte die Stiftung Warentest hingegen bislang nicht von der weiteren Vermarktung abgehalten.

Stiftung Warentest: Mit der Vermarktung veralteter Ergebnisse ist nun Schluß. Zumindest am 01. April....

Stiftung Warentest: Mit der Vermarktung veralteter Ergebnisse ist nun Schluß. Grafik: Snapshot „Finanztest“ Juli 2013, Seite 62, mit eigenen Kommentaren und Markierungen.

 

Ein mutiger Schritt

Mit der Einstellung des Verkaufs des verunglückten BU-Tests zeigt die Stiftung Warentest nun, wie man Verbraucher wirklich sinnvoll schützt: In dem man Ihnen dilettantisch gemachte, fachlich fehlerhafte und veraltete Testergebnisse nicht auch noch für gutes Geld verkauft. Bravo!

 

Kommentare zu diesem Beitrag

Matthias Mühlichen  |   1. April 2014 um 14:43 Uhr

Wie jetzt? Verfallsdatum 01.04.2014 24:00? Vollstes Vertrauen? Wünsche Dir noch nen schönen Tag. 🙂

[…] Verbraucherschützer empfehlen hier selbstverständlich gerne ihre eigenen Leistungen. Ihre Tests geben im besten Fall wichtige Grundinformationen, im schlechtesten Fall genügen ihre Bewertungsmethoden kaum professionellen Standards. So berichtet das Handelsblatt über den Maklerkollegen Helberg, der erhebliche Mängel bei den Bewertungsmaßstäben durch die Finanztest aufgedeckt hat; sie seien „unvollständig, lückenhaft, gar dilettantisch“ (vgl. a. hier>>) […]

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