Wenn man wie wir auf wenige Versicherungssparten spezialisiert ist, wiederholen sich sehr oft die Fragen von Kundinnen und Kunden. Manchmal stellt jemand aber auch eine ganz neue Frage, bei der ich zumindest erstmal nachdenken muss. Wie diese Frage von Nina *).
Nina hatte sich vor ein paar Wochen ein kostenloses Erstgespräch zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung mit mir gebucht.
Diese Möglichkeit nutzen immer mehr Interessenten – ist ja auch sehr einfach und zuverlässig mit unserem Buchungs-Tool.
- Oft können wir im Gespräch erste Fragen klären.
- Manche Menschen rufen an, um eine Einschätzung zu bekommen, ob sie mit ihrer Vorerkrankung überhaupt eine Chance auf Versicherungsschutz haben.
- So gut wie immer geht es um die weitere Vorgehensweise.
- Und natürlich möchten Anrufende einen Eindruck gewinnen, wie man tickt, ob die Chemie stimmt, ob sie sich ihren Weg zur BU mit uns vorstellen können.
So war es auch bei Nina, die mich kurz vor dem Ende des Telefonates fragte:
„Würden Sie mir auch von einer Berufsunfähigkeitsversicherung abraten, wenn jetzt kein guter Zeitpunkt für den Abschluss ist?“
Wann raten wir grundsätzlich vom Abschluss einer BU ab?
Ehrlich gesagt gibt es nicht so ganz viele Situationen, in denen wir grundsätzlich vom Abschluss einer BU abraten. Die sind schnell aufgezählt:
- Wenn Sie weder jetzt noch in Zukunft arbeiten müssen, um Ihren Lebensunterhalt zu verdienen: Reich geerbt, Privatier, Rentner.
- Wenn Sie sich absehbar die Beiträge nicht leisten können. Auch nicht mit Kompromissen im Versicherungsschutz und auch nicht mit einem Startertarif.
Hinzu kommen Situationen, in denen es einfach keine BU-Angebote gibt. Das gilt für die schon genannten Privatiers und Rentner, aber auch zum Beispiel für viele künstlerische Berufe. Außerdem, wenn jemand zwar noch die deutsche Staatsangehörigkeit hat, aber bereits dauerhaft ausgewandert ist und keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hat.
Ist eine BU zu teuer, kann man immerhin Alternativen prüfen, beispielsweise eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung.
Wann raten wir vom BU-Abschluss wegen des falschen Zeitpunktes ab?
Das war genau das, was Nina wissen wollte. Auch hier gibt es Situationen, in denen ein BU-Abschluss schon wegen des falschen Zeitpunkts in der Regel nicht möglich ist:
- Arbeitslosigkeit ohne absehbares Ende,
- zu jung (unter 6 Jahren),
- zu alt (über 66),
- oder – ganz aktuell: Mit der Schule schon fertig, Ferienzeit vorbei, in einer Orientierungsphase ohne Ausbildung, Studium, FSJ, Work and Travel. Da klappt es nicht mehr mit der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler und noch nicht mit einer anderen.
Die richtig kniffeligen Fälle sind allerdings die, bei denen eine BU zwar grundsätzlich abschließbar wäre, aber das Angebot einfach nahezu unbezahlbar ist. Oder aktuell anzugebende Vorerkrankungen und damit verbundene Ausschlussklauseln jetzt noch den Schutz aushöhlen, aber in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht mehr.
Wir haben einen Grundsatz:
Jetzt das an Schutz sichern, was jetzt realisierbar ist.
Warum? Ganz einfach: Was man in Sachen Berufsunfähigkeitsversicherung an Schutz hat, kann einem niemand mehr nehmen. Der Lebensversicherer kann den Vertrag nicht ordentlich kündigen. Man kann sich nicht verschlechtern. Vielleicht aber auf Dauer verbessern.
Viele unserer Kundinnen und Kunden verstehen unseren Grundsatz und handeln auch danach.
Aber es gibt auch welche, die nach einer anonymen Risikovoranfrage auf gar keinen Fall z.B. einen Ausschluss psychischer Erkrankungen akzeptieren wollen. Wenn klar ist, dass eine Therapie oder Behandlung psychischer Beschwerden in 1 oder 2 Jahren nicht mehr angegeben werden muss – dann bleibt noch abwarten. Allerdings im Bewusstsein, dass bis dahin neu auftauchende Beschwerden, ärztliche Behandlungen, oder ein Unfall den Versicherungsschutz weiter erschweren können.
Um schließlich auf Ninas Frage zurückzukommen: Ja, manchmal rate ich auch vom Abschluss einer BU zum jetzigen Zeitpunkt ab – wenn besserer Schutz in einigen Monaten möglich erscheint und die Kundin oder der Kunde auf jeden Fall den Ausschluss einer Vorerkrankung vermeiden will. Des Risikos, das bis dahin etwas passieren kann, muss man sich bewusst sein und es abwägen. Das kann ich niemandem abnehmen.
*) Nina heißt in Wirklichkeit natürlich nicht Nina.


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