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Versicherungsblog mit Schwerpunkt Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikolebensversicherung und Verbraucherschutz.
01
Dez.
2025

ME/CFS chronisches Fatigue Syndrom: Ausgeknockt mit Mitte 20

Kategorie: BU-Versicherung  ·  Autor: Matthias Helberg  ·  2 Kommentare

Unsere Kundin Ronja *) kam mit Mitte 20 frisch mit ihrem Bachelor of Arts von der Uni, hatte gleich einen guten Job als Assistentin der Geschäftsführung bekommen – und dann kam Covid-19. Mit ME/CFS – dem chronischen Fatigue Syndrom – ging kaum noch etwas. Ihr Glück im Unglück: Sie hatte schon als junge Studentin eine Berufsunfähigkeitsversicherung über uns abgeschlossen.

Für Ärzte ist es schwer, bei ME/CFS zu helfen.

Wenn jemand berufsunfähig wird, ist das immer eine Geschichte voller Krankheiten, lebensverändernder Umstände und Leid. Mir gehen besonders solche Schicksale nahe, die junge Menschen treffen. Da ist jemand jung und dynamisch, hat viel im kurzen Leben geschafft, alles sieht rosig aus – und dann, Zack, trifft einen der Schlag.

Solche Fälle von Menschen unter 30 scheinen sich in den letzten Jahren bei uns zu mehren. Teilweise sind rein psychische Erkrankungen ausschlaggebend, manchmal führt ein Unfall sogar zur Pflegebedürftigkeit – und auch Corona mit Covid-19 hat nicht nur zu einem Leistungsfall unserer Kunden geführt.


Wie Ronja ihre Beschwerden beschrieb

Unmittelbar nach meiner Covid-Infektion im Februar 2021 traten zunächst typische Erschöpfungssymptome auf – vergleichbar mit dem Zustand nach einer überstandenen Infektionskrankheit, obwohl die Tests bereits seit Wochen negativ waren.

Dieses Krankheitsgefühl verschwand jedoch nicht. Auch Wochen und Monate nach der Infektion fühlte ich mich noch krank: ständige körperliche Schwäche, das wiederkehrende Gefühl eines Infekts, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, permanente Müdigkeit und ein Zittern in den Beinen. Auf einmal hatte ich kaum noch Energie und schon gar keine Ausdauer. Jede Form der Belastung, insbesondere körperliche Anstrengungen, aber sogar alltägliche Aktivitäten wie Treppensteigen, führten zur weiteren Verschlechterung meines Gesundheitszustands.

Mal gab es bessere Tage und ich konnte sogar arbeiten, aber dann wieder ging nichts mehr.

Vor der Infektion war ich sportlich sehr aktiv. Danach waren sportliche Betätigungen nicht mehr möglich. Selbst kurze Spaziergänge musste ich häufig unterbrechen oder frühzeitig beenden.

„Ich fühlte mich in den Körper einer alten, gebrechlichen Frau versetzt.“

Ronja beschreibt rückwirkend ihre Beschwerden

Arztbesuch nach Arztbesuch, Diagnose für Diagnose

Für Ronja folgte ein Spießrutenlauf von einem Arzt zum anderen. Jeder stellte eine etwas andere Diagnose, aber keine Behandlung, kein Medikament, nichts half.

Aus ihrer Diagnoseliste:

  • Mittelgradige depressive Episode,
  • Muskuloskeletales Schmerzsyndrom,
  • Chronische Schmerzen,
  • Verhaltensfaktoren in Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung,
  • Post-Covid-Syndrom,
  • ME/CFS chronisches Fatigue Syndrom.
Berufsunfähig wegen ME/CFS chronisches Fatigue Syndrom: Auch Ärzte können nicht helfen.

Immer wieder Krankschreibungen, Stundenreduzierung, Reha

Ronjas Arbeitgeber unternahm alles, um ihr eine weitere Tätigkeit zu ermöglichen. Aber trotz Homeoffice waren immer wieder längere Krankschreibungen erforderlich. Auch die krankheitsbedingte Reduzierung der Arbeitszeit von 40 auf 30 Stunden half nicht wirklich.

Ronja musste lernen, ihre Krankheit zu akzeptieren – aber an eine Tätigkeit in ihrem bisherigen Beruf war auch nach einer Reha nicht zu denken. Ab Ende 2023 wurde sie ununterbrochen krankgeschrieben.


Erste große Hilfe: BU leistet wegen Krankschreibung

Zum Glück hatte sich Ronja gemerkt, was wir versuchen, allen BU-Kunden einzuschärfen: Sobald etwas darauf hinweist, dass man 6 Monate lang nicht mehr arbeiten kann: Bei uns melden!

So konnten wir Ronja frühzeitig informieren, wann ihre Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Alten Leipziger greifen würde und was dafür erforderlich ist.

Der Nachweis von ME/CFS, dem chronischen Fatigue Syndrom, ist nicht so einfach. Es soll Versicherer geben, die sich da eher mal querstellen. (Nachtrag vom 03.12.25: Siehe aktuell unter Das VersicherungsJournal berichtet: Beweisnot ja und nein.)

Hier jedoch zeigte sich einmal mehr, wie enorm hilfreich der Zusatzbaustein einer Arbeitsunfähigkeits-Klausel im BU-Vertrag ist: Es kommt grundsätzlich dabei nicht auf die Diagnose an, nur auf den Zeitraum einer ununterbrochenen Krankschreibung. Sollte eine Krankheit beim Abschluss ausgeschlossen worden sein, betrifft das jedoch auch solche Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit.

Die Alte Leipziger erkannte jedenfalls die Arbeitsunfähigkeit umgehend an und zahlte Ronja eine Rente von rund 1.600 Euro rückwirkend ab Ende 2023. Mit 28 Jahren ist sie also „in Rente“.


Zweite große Hilfe: Nun erkennt die Alte Leipziger auch Berufsunfähigkeit an

Wenn man, wie Ronja, fertig, erschöpft und K.O. ist, ist es super schwer, die Energie aufzubringen, alle Nachweise zu besorgen, die im Rahmen der Prüfung einer Berufsunfähigkeit notwendig sind. Und bei Ronja schwing stets die Hoffnung mit, doch noch wieder gesund genug zu werden, endlich wieder zu leben.

So schöpfte Sie die maximale Dauer der Zahlung der „Arbeitsunfähigkeitsrente“ fast vollständig aus. Das sind bei der AL 24 Monate. Und ich gestehe ein: Ich helfe gern, aber manchmal brauche auch ich meine Zeit, auf alles zu achten, damit sich der Versicherer unnötige Rückfragen sparen kann.

Letzte Woche kam nun jedenfalls das Anerkennungsschreiben der AL mit dem einen Satz, den ich am liebsten lese:

„Wir erbringen daher (…) die vereinbarten Leistungen wegen Berufsunfähigkeit“

Aus dem Anerkennungsschreiben der Alten Leipziger
"Die Prüfung der geltend gemachten Leistungsansprüche haben wir abgeschlossen."

Ronja wird also weiterhin ihre Rente in Höhe von nun gut 1.600 Euro im Monat bekommen. Und sie wird sich Dank Leistungsdynamik garantiert jedes Jahr um mindestens 2 Prozent erhöhen. Auch wegen dieses Falls von Ronja steht der Nutzen der Leistungsdynamik für mich außer Frage.

Um die Erwerbsminderungsrente aus der Deutschen Rentenversicherung kämpft sie noch.


Fazit

Was kann man nun aus Ronjas Fall lernen?

  • 1.: Immer so früh wie möglich absichern. Gerade für junge Leute gibt es aktuell einige coole Angebote sogar mit verkürzten Gesundheitsfragen.
  • 2.: Mit professioneller Unterstützung laufen selbst schwierigere BU-Leistungsfälle günstig für die Versicherten.
  • 3.: Vielleicht kommt es bei der Auswahl des passenden Versicherers gar nicht so sehr auf die letzte schöne und wünschenswerte Versicherungsklausel an, sondern darauf, ob man in der Leistungsabteilung willig ist, zu helfen.

Ich wünsche Ronja jedenfalls alles erdenklich Gute und vor allem Gute Besserung! Wie heißt es so zutreffend im Volksmund: „Alle Wünsche werden klein, geht’s um den, gesund zu sein.“

Und einmal mehr besten Dank in Richtung Oberursel an die Alte Leipziger für die stets vorbildliche Bearbeitung „unserer“ Leistungsfälle!

*) Ronja heißt in Wirklichkeit natürlich nicht Ronja und sieht auch nicht so aus wie auf dem Foto.


Kommentare zu diesem Beitrag

HM  |   2. Dezember 2025 um 10:07 Uhr

Danke, dass Sie sich in diesem Fall so eingesetzt haben. Und Danke, dass sie auf diese schlimme Erkrankung aufmerksam machen, die leider auch viele junge Menschen trifft und mitten aus dem Berufsleben reißt. MECFS gilt als Krankheit mit geringster Lebensqualität. Schön, dass die AL positiv entschieden hat.

Matthias Helberg  |   2. Dezember 2025 um 14:49 Uhr

Schönen Dank für die Rückmeldung! Für unsere Kunden da zu sein, wenn sie uns wirklich brauchen, ist für uns selbstverständlich. Über die Anerkennung durch die AL freuen wir uns natürlich auch.

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