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Welche Versicherungen braucht man als Azubi?

 

Welche Versicherungen braucht man als Azubi?Welche Versicherungen braucht man als Azubi? Als Auszubildender (Azubi) ist alles neu: Der „Ernst des Lebens“ beginnt und viele Dinge und Zusammenhänge hört man vielleicht das erste Mal. Was Versicherungen angeht, gilt die Besonderheit, dass man die ersten eigenen Versicherungen braucht und bei anderen noch über die Eltern versichert sein kann. Lesen Sie hier einige Denkanstöße dazu – und lassen Sie sich individuell beraten:

Übersicht:

**** Pflichtversicherungen
*** Sehr wichtige Versicherungen
** Sinnvolle Versicherungen
* Versicherungen abhängig von Ihrem Sicherheitsbedürfnis

**** Pflichtversicherungen:

Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung.
Als Azubi fällt man in aller Regel aus der Familienversicherung der Eltern, oder der Privaten Krankenversicherung (in dem Fall über Anwartschaftsversicherung oder Fortführung als Zusatzversicherung nachdenken!) heraus und wird versicherungspflichtig in einer Gesetzlichen Krankenkasse: Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge zur Krankenkasse. Der Azubi -Anteil wird durch den Arbeitgeber von der Brutto Ausbildungsvergütung abgezogen und an die Krankenkasse gezahlt. Man kann frei eine Krankenkasse wählen, die man für gut hält – auch wenn manche Betriebe es gern sehen, wenn aus Vereinfachungsgründen alle Mitarbeiter bei der gleichen Kasse versichert sind. Da die Beiträge inzwischen staatlich festgelegt werden und die Leistungen größtenteils ebenfalls, kann man sich bei der Kassenwahl nach Service, Verfügbarkeit, örtlicher Präsenz oder anderen Kriterien richten. Kümmert man sich als Azubi nicht um die Wahl der Krankenkasse, entscheidet der Arbeitgeber.
Gesetzliche Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.
Ähnlich wie mit der Gesetzlichen Krankenversicherung verhält es sich mit der Gesetzlichen Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung. Bei diesen beiden gibt es allerdings jeweils nur einen „Anbieter“, sodass keine Auswahl möglich ist: Die Beiträge teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer, den Anteil des Azubis zieht der Arbeitgeber von der Brutto Ausbildungsvergütung ab. Die Gesetzliche Rentenversicherung beinhaltet neben dem Baustein Altersvorsorge u.a. auch einen Baustein Erwerbsminderungsrente. Auf diese haben Azubis in den ersten fünf Jahren jedoch nur Anspruch, wenn die Erwerbsminderung Folge einer anerkannten Berufskrankheit, oder eines Arbeitsunfalls ist.
KFZ – Haftpflichtversicherung.
KFZ -Haftpflichtversicherung, falls bereits ein eigenes KFZ vorhanden ist. Oftmals ist zunächst eine Einstufung als Zweitwagen eines Elternteiles günstiger, als ein eigener Vertrag, mehr und ehr Versicherer bieten aber auch Sondereinstufungen an. Auch wenn nur ein Fahrzeug der Eltern mitgenutzt wird, muss der Azubi als Fahrer der KFZ -Versicherung gemeldet sein. Zurück zur Übersicht.

*** Sehr wichtig:

Privathaftpflichtversicherung. Für Schäden, die man gegenüber Anderen anrichtet, ist eine Privathaftpflichtversicherung sehr wichtig. Auch wenn das Wort „Pflicht“ darin vorkommt, ist es keine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung – aber sehr, sehr wichtig, denn man haftet für Schäden in unbegrenzter Höhe und fast lebenslang. Azubis können über die Privathaftpflichtversicherung der Eltern versichert sein – oder auch nicht. Am Markt gibt es Verträge, bei denen man mit 18 Jahren automatisch aus dem Vertrag fällt, während der ERSTausbildung versichert bleibt, oder auch so lange, wie man in der elterlichen Wohnung lebt und unverheiratet ist. Man muss also individuell prüfen, was gilt.
Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch wenn das Einkommen als Azubi noch gering ist, beginnt nun die Lebensphase, in der man sein Einkommen selbst erwirtschaftet. Die Arbeitskraft stellt dabei für die Meisten das größte Vermögen dar (Rechenweg: Bruttogehalt x 12 Monate x Jahre bis zur Altersrente) und sollte daher mit entsprechendem Vorrang abgesichert werden. Das erfolgt in aller Regel durch eine Krankentagegeldversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei beiden Versicherungen kann man sich nicht selbst aussuchen, wann man sich versichert: Nur wessen Gesundheitshistorie aus Sicht des Versicherers in Ordnung ist, hat überhaupt die Chance auf einen vernünftigen Vertrag: Also versichern, so lange man gesund genug ist – auch, wenn das Thema noch ganz, ganz weit weg erscheint. Zurück zur Übersicht.

** Sinnvoll:

Auslandsreisekrankenversicherung. Eine Auslandsreisekrankenversicherung, kann auch für Azubis wichtig sein, wenn sie ins Ausland reisen, weil die Gesetzlichen Krankenkassen unter Umständen nicht alle Kosten übernehmen, insbesondere für die Rückholung. Eventuell kann man noch über den Vertrag der Eltern versichert sein und braucht noch keinen eigenen. Das muss man individuell abklären.
Krankenzusatzversicherung. Krankenzusatzversicherung für Krankenhausaufenthalt, Chefarztbehandlung, evtl. Heilpraktiker. Warum? Weil bei schweren Erkrankungen oder Unfällen keine Chance aus finanziellen Gründen ausgelassen werden sollte, eine möglichst schnelle und vollständige Genesung sicherzustellen; Heilpraktikerbehandlung, weil sie von den meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden; Zahnersatz sollte hingegen bei jungen Menschen kein aktuelles Thema sein.
Sachversicherungen. Absicherung des bereits erreichten ‚Hab und Guts‘, um es im Schadensfall nach Möglichkeit nicht ersatzlos zu verlieren (z.B. Gebäudeversicherung falls bereits Eigentum vorhanden ist, Teilkasko-, oder Vollkaskoversicherung für wertvollere PKW, Diebstahlversicherung für wertvolle Fahrräder, Hausratversicherung falls Hausrat in einer eigenen Wohnung im nennenswerten Umfang vorhanden ist usw.). Zurück zur Übersicht.

* Abhängig von Ihrem Sicherheitsbedürfnis:

Rechtsschutzversicherung. Bei einer Rechtsschutzversicherung zunächst klären, ob der Azubi noch über die Eltern mitversichert ist. Dafür muss der genauen Status (z.B. Erst-, oder Zweitausbildung, Familienstand etc.) geprüft werden. Neben Verkehrs- und Privatrechtsschutz kann nun auch Arbeitsrechtsschutz angebracht sein.
Unfallversicherung. Eine Unfallversicherung kommt als Ergänzung einer Berufsunfähigkeitsversicherung in Frage. Beruf bzw. körperliche Tätigkeiten mit dem Versicherer klären, da es auch in der Unfallversicherung unterschiedliche Berufsgruppen gibt. Das gilt vor allem dann, wenn der Azubi bereits als Schüler im Vertrag der Eltern mitversichert war.
Weitere Versicherungen je nach individuellem Bedarf (z.B. bei Tierhaltung, wertvollen Musikinstrumenten, Unterhaltungs-Elektronik) und Sicherheitsbedürfnis. Zurück zur Übersicht.

Falls bereits möglich:

Sparen (flexible Rücklagen bilden). Dafür brauchen Sie keine Versicherung.

 

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Vielen Dank fürs Lesen des Beitrages Welche Versicherungen braucht man als Azubi?