Welche Versicherung braucht man?

Welche Versicherung braucht man?

Welche Versicherung ist wichtig? Welche Versicherung ist überflüssig? Welche Versicherung braucht man wirklich?

Die Frage, welche Versicherungen sinnvoll sind, ist leicht gestellt. Eine verantwortungsvolle Antwort zu geben, ist ungleich schwerer.

Zuverlässig kann das erst nach einer individuellen Risikoanalyse beantwortet werden. Im Anschluss treffen Ihr individuelles Sicherheitsbedürfnis und Ihre finanziellen Möglichkeiten aufeinander (vielleicht auch der Beratungsansatz des Versicherungsmaklers) - es gibt also keine 08/15 - Lösung, die immer und für jeden wirklich gut passt.

Welche Versicherung braucht man wirklich?

Einige Anhaltspunkte für Ihre Überlegungen finden Sie unten stehend.

Versicherungen für Kinder
Versicherungen für Studenten und Auszubildende
Versicherungen für Berufstätige und Erwerbstätige
Versicherungen für Rentner und Pensionäre

Zusätzliche Versicherungen, falls jemand von Ihnen finanziell abhängig ist

Versicherungen für Selbständige
Versicherungen für Freiberufler
Versicherungen für Firmen

Andere Menschen - anderer Versicherungsbedarf
Ob sie ehrenamtlich in einem Verein tätig sind, im Erdgeschoß oder in der ersten Etage wohnen, im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, einen Nebenberuf ausüben, eine Eigentumswohnung vermieten, oder als Reitbeteiligung ein fremdes Pferd mitbenutzen: Alles wirkt sich aus auf die Frage, welche Versicherung Sie brauchen und in welcher Ausgestaltung.

Versicherungen für Kinder

Welche Versicherung braucht man für Kinder?
Die wichtigste Versicherung für Kinder sind: Die Eltern. Wenn die nicht richtig abgesichert sind und es zum Schadensfall kommt, nutzt "die schönste Kinderversicherung" nichts. Wenn Mama und Papa sich in Verantwortung für ihre Kinder selbst abgesichert haben (z.B. Privathaftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikolebensversicherung), können sie sich auch mit speziellen Versicherungen für den Nachwuchs beschäftigen:

Gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherungen:
****
Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung.
Wenn die Eltern, oder die ledige Mutter gesetzlich krankversichert ist: Meist beitragsfreie Familienversicherung in der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) möglich.
Bei privat versicherten Eltern, oder der privat versicherten ledigen Mutter: Kontrahierungszwang (Kind muss versichert werden) bei der gleichen Privaten Krankenversicherung (PKV) in den gleichen Versicherungstarifen bei Anmeldung innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt. Danach ist eine PKV für die Kinder nur noch mit Gesundheitsprüfung möglich.
Ist ein Ehepartner gesetzlich und der andere privat krankenversichert, richtet sich die Möglichkeit einer Familenversicherung nach der Höhe des Einkommens der privat versicherten Elternteils.

Sehr wichtig:
*** Eine Auslandsreisekrankenversicherung, falls Sie regelmäßig in's Ausland reisen, weil die Gesetzlichen Krankenkassen unter Umständen nicht alle Kosten übernehmen. Gute Auslandsreisekrankenversicherungen für die Familie gibt es für um die 20 EUR pro Jahr.
*** Versicherungsschutz bei Schäden, die die Kinder Dritten zufügen im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung der Eltern. Soll die Versicherung auch dann einspringen, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, sollten Schäden durch deliktunfähige Kinder ausdrücklich mitversichert sein.

Wichtig / sinnvoll:
** Krankenzusatzversicherung für Krankenhausaufenthalt, Chefarztbehandlung, evtl. Kiederorthopädie / Zahnersatz. Warum? Weil bei schweren Erkrankungen oder Unfällen keine Chance aus finanziellen Gründen ausgelassen werden sollte, eine möglichst schnelle und vollständige Genesung Ihrer Kinder sicherzustellen; Kieferorthopädie deshalb, weil die gesetzliche Krankenkasse in der Regel nur bei den Stufen 3 bis 5 leistet und die verbleibenden Kosten erheblich (vierstellig) sein können.

Bei Bedarf / Geschmacksache:
* Unfallversicherung - deren wichtigste Leistung, die Invaliditätsleistung, erfolgt nur bei bleibenden Schäden. Kinder haben zwar häufiger Unfälle, in den wenigsten Fällen verbleiben jedoch dauerhafte Schäden: Die Versicherung müsste nicht leisten. Andererseits ist der Versicherungsschutz in der Gesetzlichen Unfallversicherung, z.B. in der Kita oder Schule eher geringfügig und es können imense Kosten entstehen, falls das Kind ein Leben lang invalide bleiben sollte. Sollen Kinder versichert werden, müssen sie als versicherte Person in der Unfallversicherung (der Eltern, der Großeltern oder in einem eigenen Vertrag) genannt sein. Die Invaliditätssumme sollte eher höher als bei Erwachsenen sein, da die Kinder noch einen größeren Teil ihres Lebens vor sich haben, für den das Geld dann reichen soll.
* Rechtsschutzversicherung Überprüfen Sie, ob Kinder in Ihrer Rechtsschutzversicherung mitversichert sind. Das sollte stets dann sein, wenn es sich um einen Familienvertrag handelt; inzwischen gibt es aber auch Tarife, die "Singles mit Kind" versichern.
* Bei älteren Kindern / Jugendlichen kann man auch an eine Berufsunfähigkeitsversicherung denken, insbesondere dann, wenn sich gefährliche Hobbies, Erbkrankheiten oder andere besondere Umstände abzeichnen. Da der Versicherer niemanden annehmen muss, kann die Motivation lauten: Absichern, solange Hobbies, Beruf und Gesundheitsverhältnisse es erlauben.

Weitere Versicherungen je nach individuellem Bedarf (z.B. Mofa, Musikinstrumente) und Sicherheitsbedürfnis.

Falls möglich:
Sparen (Rücklagen bilden) für eine gute Ausbildung.


Und welche Versicherung brauche ich nun?

Für eine individuelle Risikoanalyse, welche Versicherung Sie brauchen, fordern Sie hier unsere Unterlagen an!

Versicherungen in Ausbildung und Studium

Welche Versicherung braucht man als Azubi? Welche Versicherung braucht man als Student?

Achtung Änderung:
Versicherungspflicht für Personen im Dualen Studium zum 01.01.2012!

Gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherungen:
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Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung. Für Azubis wegen der Versicherungspflicht in der Regel in einer Gesetzlichen Krankenkasse, für Studenten bei Beginn des Studiums meist Wahlfreiheit zwischen Gesetzlicher Krankenkasse und Privater Krankenversicherung.

Sehr wichtig:

*** Bei Auslandsreisen: Auslandsreisekrankenversicherung; für Work & Travel oder Auslandssemester sind spezielle Tarife erforderlich!
*** Für Schäden gegenüber Dritten: Privathaftpflichtversicherung evtl. über die Eltern, falls man selbst noch unverheiratet und in der Erstausbildung ist. Andere Situationen, insbesondere Wartezeiten, freiwilliges soziales Jahr, Zweitausbildung unbedingt mit dem Haftpflichtversicherer klären.
*** Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwere Krankheiten (so lange man gesund genug für den Abschluss ist!)

Wichtig / Sinnvoll:
** Krankenzusatzversicherung für Krankenhausaufenthalt, Chefarztbehandlung, evtl. Zahnersatz so lange man gesund genug für den Abschluss ist und um möglichst alle Chancen nutzen zu können, möglichst schnell und vollständig wieder zu gesunden.
** Absicherung des bereits erreichten 'Hab und Guts' (z.B. Gebäudeversicherung falls bereits Eigentum vorhanden ist, Teilkasko-, oder Vollkaskoversicherung für wertvollere PKW, Diebstahlversicherung für wertvolle Fahrräder, Hausratversicherung falls Hausrat in einer eigenen Wohnung im nennenswerten Umfang vorhanden ist usw.)

Bei Bedarf / Geschmacksache:
* KFZ-Versicherung (als Fahrer auch im Vertrag der Eltern angegeben?). Oftmals ist zunächst eine Einstufung als Zweitwagen eines Elternteiles günstiger, als ein eigener Vertrag.
* Rechtsschutzversicherung (noch über Eltern mitversichert? Genauen Status klären.)
* Unfallversicherung als Ergänzung einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Beruf bzw. körperliche Tätigkeiten mit dem Versicherer klären, da es in der Unfallversicherung unterschiedliche Berufsgruppen gibt.
* Weitere Versicherungen je nach individuellem Bedarf (z.B. Tierhaltung, Musikinstrumente, Elektronik) und Sicherheitsbedürfnis.

Falls bereits möglich:
Sparen (flexible Rücklagen bilden), Altersvorsorge beginnen (wenn bereits Rücklagen vorhanden sind).


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Versicherungen bei Berufs- und Erwerbstätigkeit

Welche Versicherung braucht man als Arbeiter, oder Angestellter?

Gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherungen:
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Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung. Meist Gesetzliche Krankenkasse; verdienen Sie über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (49.500 Euro im Jahr 2011, 50.850 Euro im Jahr 2012), besteht eine prinzipielle Wechselmöglichkeit in die Private Krankenversicherung (mit Vor- und Nachteilen).

Sehr wichtig:

*** Evtl. Auslandsreisekrankenversicherung bei Reisen ins Ausland
*** Haftpflichtversicherungen (Privathaftpflicht, Diensthaftpflicht, Tierhalterhaftpflicht, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, Bauherrenhaftpflicht, Bootshaftpflicht... alles abklären)
*** Krankentagegeldversicherung (Lohnfortzahlung) , weil die Lohnfortzalung des Arbeitgebers meist nach 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit endet und das Krankengeld der Gesetzlichen Krankenkasse nur maximal etwa 75% vom Netto ausmacht.
*** Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwere Krankheiten, weil die eigene Arbeitskraft für viele Haushalte das größte Vermögen darstellt
*** Sparen ( flexible Rücklagen bilden), Altersvorsorge (wenn mindestens 3 Monatsgehälter an Rücklagen vorhanden sind).

Wichtig / Sinnvoll:
** Krankenzusatzversicherung für Krankenhausaufenthalte, Chefarztbehandlung, Zahnersatz, um Chancen nutzen zu können, möglichst schnell und vollständig wieder zu gesunden;
** Pflegezusatzversicherung, um im Pflegefall den eigenen Angehörigen "nicht auf der Tasche zu liegen";
** Absicherung des 'Hab und Gut' (z.B. Gebäudeversicherung, Hausratversicherung, Teil-, oder Vollkaskoversicherung)

Bei Bedarf / Geschmacksache:
* KFZ-Versicherung für Halter von PKW, KRAD usw.;
* Rechtsschutzversicherung zur Durchsetzung der eigenen Rechtsansprüche;
* Unfallversicherung als Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung;
* Weitere Versicherungen je nach individuellem Bedarf und Sicherheitsbedürfnis, z.B. Glasbruchversicherung, Reiseversicherungen, Musikinstrumentenversicherung, Kunstversicherung, Jagdversicherung...


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Versicherungen während des Ruhestands

Welche Versicherung braucht man als Rentner, oder Pensionär?

Gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherungen:
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Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung. Oftmals Anspruch auf Krankenversicherung der Rentner (KVR), oder "Freiwillige Mitgliedschaft" in der Gesetzlichen Krankenkasse, manchmal auch in der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Sehr wichtig:

*** Evtl. Auslandsreisekrankenversicherung, Auslandsaufenthalte von mehr als 6 Wochen am Stück ("Winterspanier") unbedingt abklären;
*** Absicherung des Langlebigkeitsrisikos (Länger Leben, als das Geld reicht) Stellen Sie sicher, dass Ihre Rente kommt, egal wie lange Sie leben;
*** Haftpflichtversicherungen (Privathaftpflicht, Tierhalterhaftpflicht, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, Bauherrenhaftpflicht, Bootshaftpflicht, Jagdhaftpflicht... alles abklären);
*** Absicherung des 'Hab und Gut' (z.B. Gebäudeversicherung, Hausratversicherung, Teil- oder Vollkaskoversicherung)

Wichtig / Sinnvoll:
** Stationäre und dentale Zusatzversicherung, da Krankheiten und Unfälle sich im Alter häufen (was man an den Prämien zu spüren bekommt...)
** Pflegezusatzversicherung , um eigenes Kapital zu schützen und Angehörige nicht finanziell zu belasten;

Bei Bedarf / Sinnvoll:
* KFZ-Versicherung
* Rechtsschutzversicherung
* Unfallversicherung, evtl. mit Assistanceleistungen (Haushaltshilfe, Essen auf Rädern etc. nach einem Unfall)
* Weitere Versicherungen je nach individuellem Bedarf (z.B. Kunstversicherung, Musikinstrumentenversicherung) und Sicherheitsbedürfnis.


Wenn jemand von Ihnen finanziell abhängig ist

Welche Versicherung braucht man zusätzlich, wenn andere von einem finanziell abhängig sind?
Gemeint sind zum Beispiel Erwerbstätige mit Angehörigen zu Hause, Eltern noch nicht volljähriger Kinder, Erwachsene, die ihre Eltern unterhalten usw.

Sehr wichtig:

*** Risiko-Lebensversicherung (ohne Sparvorgang) Es kann der Hauptverdiener zu Gunsten der Angehörigen versichert werden; ein Paar kann eine gemeinsame Lebensversicherung ("verbundene Leben") abschließen, bei der die Versicherungssumme einmalig gezahlt wird, je nachdem, wer zuerst verstirbt. Nicht verheiratete Paare können wegen potentieller Erbschaftsteuer besser mit zwei Verträgen (Über-Kreuz-Versicherung) beraten sein.

Wichtig:
** Pflegezusatzversicherung Hierbei geht es um eine freiwillige Ergänzung der Pflegepflichtversicherung, die nur eine Grundabsicherung bietet.

Für Selbständige, Freiberufler und Firmen

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Welche Versicherung braucht man?

Welche Versicherung braucht man wirklich?

Zusätzlich zu den privaten Versicherungen:

Sehr wichtig:
*** Betriebs- / Berufshaftpflichtversicherung
*** Absicherung von Werten, Maschinen, Waren und Vorräten
*** Absicherung des Ertrages (Betriebsunterbrechungsversicherung, Ertragsausfallversicherung, Warenkreditversicherung)

Bei Bedarf und je nach Branche:
Rechtsschutzversicherung
Transportversicherung
Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
Vertrauensschadenversicherung
D & O Versicherung
Weitere Versicherungen je nach Bedarf

Weiterreichende Aussagen ohne vorherige Analyse sind kaum möglich.

 

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1 Kommentar

20.01.2012 09:43 Matthias Helberg
Auf unserer Facebook-Seite wurde die Frage gestellt, was Versicherungen mit Geschmack zu tun hätten. Oben charakterisiere ich einige Versicherungen ja als - Bei Bedarf / Geschmacksache -. Hier dazu meine Erläuterung: Tatsächlich meine ich, dass viele Versicherungen Geschmacksache sind. Das deshalb, weil das Sicherheitsbedürfnis sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Der eine kann nicht ruhig schlafen, wenn er sich nicht rundum abgesichert fühlt; ein anderer geht bewusst bestimmte Risiken ein, weiß jedoch, das die größten Risiken abgesichert sind. Der eine findet eine Selbstbeteiligung plausibel, dem anderen graut davor, selber einen überschaubaren Teil des Schadens übernehmen zu sollen: Die Geschmäcker sind eben unterschiedlich.


Welche Versicherung braucht man?

Letzte Änderung am Freitag, 17. Februar 2012 um 19:44:18 Uhr.