SCHWERPUNKT: ABSICHERUNG DER ARBEITSKRAFT
Wenn etwas dazwischen kommt...

Der Plan vom eigenen Leben klingt gut: Eine gute Ausbildung; ein gut bezahlter Job, der einem Spaß macht; eine erfüllte Partnerschaft; vielleicht eine Familie gründen, Kinder haben; ein Eigenheim; ein Leben in Gesundheit und Wohlstand führen – auch im Alter.
Wie es aber mit Plänen so ist: Meist kommt doch etwas dazwischen: Mal ist es die Partnerschaft, in der man sich auseinander lebt, mal stellt sich der sichere Job als Schleudersitz heraus, mal macht die Gesundheit nicht mehr mit.
Warum auch immer: Der Wandel unserer Gesellschaft mit immer mehr Veränderungen, immer mehr Mobilität und immer mehr Hektik fordert seinen Tribut. Fit zu sein, sich flexibel auf Veränderungen einstellen (oder: anpassen) zu können – das sind heute wichtige Eigenschaften, für jeden Mann und jede Frau, der oder die im Erwerbsleben steht.
Nur gibt es leider eine wachsende Zahl von Menschen, die diesem Druck nicht mehr gewachsen ist, oder aus anderen Gründen erkrankt. Und das nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft. Bis zu 25% der Renten-Neuzugänge in der Deutschen Gesetzlichen Rentenversicherung sind Renten, die wegen Erwerbsminderung gezahlt werden – nicht wegen des erreichten Rentenalters.
Wenn jemand von Ihnen finanziell abhängig ist, klären Sie, was im Fall Ihres Todes auf Ihre Hinterbliebenen zukommt. Auch die Leistungen der Gesetzlichen Rentenversicherung für Witwen und Witwer wurden drastisch reduziert. Für unverheiratete Hinterbliebene gibt es gar nichts.






Plan "B"

Wenn man auch optimistisch in die Zukunft gucken soll, niemand weiß, was das Schicksal mit einem vorhat. Da ist es mehr als sinnvoll, sich für den Fall der Fälle einen „Plan B“ zu überlegen. Wenn Sie arbeitslos werden, sollten Ihre Sparpläne reduziert oder ruhend gestellt werden können. Auch gut, falls für solchen Fall ein Kapitalpolster zur Verfügung steht. Was ist aber, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen über Jahre oder vielleicht sogar bis zur Rente nicht mehr arbeiten können? Wer sich hier auf den Staat verlässt, hat schon verloren. Für alle, die nach 1960 geboren wurden, gibt es keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Es ist nur noch eine sogenannte „Erwerbsminderungsrente“ vorgesehen: Für denjenigen, der keine 3 Stunden am Tag mehr einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann – egal, welche Tätigkeit das ist. Höhe: Wer z.B. 2.500.- € brutto verdient, kann auf 738.- € hoffen. Könnte man noch mehr als drei Stunden, jedoch weniger als sechs Stunden arbeiten, gibt es noch die Hälfte: 369.- €. Leben kann man davon nicht. Aber selbst nach 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit muß schon mit etwa 25% Einbußen gerechnet werden. Viel Geld, das fehlt. Vor allem, wenn man z.B. seine Baufinanzierung noch „laufen“ hat...
Die Grafik zeigt exemplarisch die Einkommenseinbußen. Schwarze Säulen: Jetziges Nettoeinkommen; weiße Säulen: Mögliche Leistungen aus der Sozialversicherung.






Wer vernünftig für sein Alter vorsorgen will, muss auch den Fall der Fälle einkalkulieren und sollte sich für den Fall der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, oder des Eintritts einer schweren Krankheit absichern, denn

Wer kein Einkommen mehr hat, kann auch nicht sparen.

Wer finanziell stark belastet ist, benötigt zusätzlich auch eine Krankentagegeldversicherung, die nach 6 Wochen der Arbeitsunfähigkeit die finanziellen Verluste abpolstert.
Die Höhe sollte jeweils „so hoch wie möglich“ gewählt werden, denn schließlich zahlt ja auch niemand mehr in Ihre Altersversorgung ein, wenn Sie nicht mehr arbeiten. Auch auf Berufsunfähigkeitsrenten müssen übrigens Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung, sowie Steuern gezahlt werden.
Die Mindesthöhe der versicherten Berufsunfähigkeitsrente sollte 1.000.- € möglichst nicht unterschreiten – denn sonst müssen Sie vielleicht doch noch zum Sozialamt (und das rechnet seine Leistungen gegen).
Wichtig ist auch die Versicherungsdauer: Sie sollte falls möglich nahtlos an das Renteneintrittsalter heranreichen, also mindestens bis Alter 65, besser 67. Anderenfalls könnten Sie noch kurz vor der Altersrente finanziell „schlapp“ machen.
Ist jemand von Ihnen finanziell abhängig, gilt: Eine Risiko-Lebensversicherung kann für relativ geringe Prämien im Fall des Falles ermöglichen, das Haus abzubezahlen, den Kindern eine vernünftige Ausbildung zu ermöglichen, oder Ihre Familie vor dem Gang zum Sozialamt zu schützen. Ein Paar kann sich übrigens in einem Vertrag gegenseitig absichern.






Zusammenfassung

Private Vorsorge ist so notwendig geworden wie noch nie in den letzten 50 Jahren. Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut, einen erheblichen Teil Ihres Einkommens für die eigene Absicherung im Alter aufzuwenden. Gehen Sie mit Priorität Ihre Absicherung gegen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit an: Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger wird die Prämie. Je länger Sie warten, umso schwieriger wird es, überhaupt eine vernünftige Absicherung zu bekommen. Die Absicherung sollte bis zum Eintritt der Altersrente dauern (65, besser 67). Stecken Sie nicht jeden Euro in die Altersversorgung: Zunächst brauchen Sie einen ausreichenden Puffer für finanzielle Störfälle: Mindestens 5 Netto-Monatseinkommen sollten sicher und flexibel angelegt sein. Falls es geht, versuchen Sie statt einer großen Sache lieber mehrere, unterschiedliche Anlagen nach und nach zu tätigen. Der Erfolg kommt nicht mit dem Abschluss: Erfolgreich wird derjenige, der eine geeignete Anlage auch durchhält und nicht vorzeitig aussteigt.

Immer noch kompliziert? Stimmt.

Daher stehen wir Ihnen gern zur Seite, wenn Sie weitere Fragen haben.
Wir erarbeiten mit Ihnen den richtigen Weg zu der Altersversorgung, die zu Ihnen passt - und die Sie sich leisten können.

Nehmen Sie zu uns » Kontakt « auf - gern sind wir für Sie da im Raum Osnabrück.




"Eins ist sicher: Die Rente" Norbert Blüm am 21.04.1986


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