Menü

Berufsunfähigkeit Definition:
Wann ist man berufsunfähig?

 

Berufsunfähigkeit Definition - unterschiedlich bei Deutscher Rentenversicherung und privaten BerufsunfähigkeitsversicherungenWie die Berufsunfähigkeit Definition lautet? Das hängt zunächst davon ab, ob man von der Deutschen Rentenversicherung spricht, oder von einem privaten Versicherungsvertrag.

 

 

 

Die Berufsunfähigkeit Definition in der Deutschen Rentenversicherung

Vor dem Jahr 2001 hatten in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherte Personen auch einen Anspruch auf eine Rente wegen Berufsunfähigkeit, also eine Art staatlicher Berufsunfähigkeitsversicherung. Im Rahmen der durch die damalige rot-grüne Bundesregierung beschlossenen Agenda 2010 wurden diese Leistungen gestrichen und durch eine Rente wegen Erwerbsminderung ersetzt. „Erwerbsminderung“ bezieht sich auf alle Erwerbstätigkeiten, auf einen bestimmten Beruf kommt es dabei nicht an: Ein Ingenieur beispielsweise gilt erst dann als erwerbsgemindert, wenn er auch als Pförtner nicht mehr arbeiten kann.

Eine Ausnahme gibt es noch für die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherten Personen, die vor dem 02.01.1961 geboren sind: Dieser Personenkreis hat noch Anspruch auf eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit . Im entsprechenden § 240 des sechsten Sozialgesetzbuches (SGB VI) findet sich seither auch die Berufsunfähigkeit Definition der Deutschen Rentenversicherung:

„Berufsunfähig sind Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden gesunken ist. Der Kreis der Tätigkeiten, nach denen die Erwerbsfähigkeit von Versicherten zu beurteilen ist, umfasst alle Tätigkeiten, die ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechen und ihnen unter Berücksichtigung der Dauer und des Umfangs ihrer Ausbildung sowie ihres bisherigen Berufs und der besonderen Anforderungen ihrer bisherigen Berufstätigkeit zugemutet werden können. Zumutbar ist stets eine Tätigkeit, für die die Versicherten durch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben mit Erfolg ausgebildet oder umgeschult worden sind. Berufsunfähig ist nicht, wer eine zumutbare Tätigkeit mindestens sechs Stunden täglich ausüben kann; dabei ist die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen.“

 Zur näheren Erläuterung schreibt die Deutsche Rentenversicherung:

„(…) Hier prüft Ihr Rentenversicherungsträger jedoch, ob Ihnen eine andere Tätigkeit zugemutet werden kann. Diese muss Ihrem Leistungsvermögen und Ihren Fähigkeiten entsprechen und Ihnen im Hinblick auf Ihre Ausbildung, den bisherigen beruflichen Werdegang und die erlangte soziale Stellung zumutbar sein. Auf dem Arbeitsmarkt müssen genügend solcher Arbeitsplätze bereitstehen. Es ist aber nicht erforderlich, dass diese Arbeitsplätze auch frei sind und damit tatsächlich zur Verfügung stehen. Ein Beruf, für den Sie durch berufliche Rehabilitation mit Erfolg ausgebildet oder umgeschult worden sind, ist immer zumutbar.“

Die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit beinhaltet also schon per Definition die Möglichkeit der abstrakten Verweisung.

 

Rechtsgrundlage für die Berufsunfähigkeit Definition bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen war es bis zur Reform des Versicherungsvertragsgesetzes im Jahr 2007 gar nicht so einfach mit der Berufsunfähigkeit Definition: Es mangelte schlicht an einer gesetzlichen Definition, jeder Versicherer konnte Berufsunfähigkeit so definieren, wie er wollte.

Seit 2008 findet sich erstmals eine gesetzliche Definition für private Berufsunfähigkeitsversicherungen im § 172 Absatz 2 des Versicherungsvertragsgesetz (VVG):

„Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

 Diese recht kurze und verständliche Definition von Berufsunfähigkeit wird allerdings im folgenden Absatz 3 wieder etwas aufgeweicht:

„Als weitere Voraussetzung einer Leistungspflicht des Versicherers kann vereinbart werden, dass die versicherte Person auch keine andere Tätigkeit ausübt oder ausüben kann, die zu übernehmen sie auf Grund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten in der Lage ist und die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.“

Hierbei handelt es sich um die Rechtsgrundlage der Konkreten Verweisung („Tätigkeit ausübt“) bzw. der Abstrakten Verweisung („Tätigkeit ausüben kann“).

 

Berufsunfähigkeit Definition in der Praxis

Aus Sicht des Verbraucherschutzes wäre es wünschenswert, wenn alle privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen die gesetzliche Berufsunfähigkeit Definition wortwörtlich übernehmen würden. Stattdessen werden andere Formulierungen benutzt und Ausnahmen oder Einschränkungen für bestimmte Berufsgruppen (Selbständige, Beamte, Studenten, Schüler, Hausfrauen /-männer ) formuliert. Manchmal sind es nur Konkretisierungen oder Klarstellungen, selten Verbesserungen, teilweise Verschlechterungen. Für Laien ist es äußerst schwierig zu beurteilen, welche Formulierungsänderung welche Auswirkungen haben kann. Wenden Sie sich deshalb an einen ausgewiesenen Profi.

Stellen Sie jetzt hier Ihre Anfrage:

Vertrauens- Garantie




Ihr Absicherungswunsch? (Mehrfachauswahl möglich)

KrankentagegeldversicherungBerufsunfähigkeitsversicherungErwerbsunfähigkeitsversicherungAbsicherung schwerer Krankheiten (Dread Desease)Risiko-Lebensversicherunganderes, siehe Nachricht

Zustimmung zur Datenschutzerklärung und AGB, damit die Anfrage bearbeitet werden kann (erforderlich).

Bitte Sicherheitscode captcha wiederholen:

Nach erfolgreichem Absenden erhalten Sie hier unten einen Bestätigungshinweis.

Berufsunfähigkeitsversicherung – der Überblick weit über die Berufsunfähigkeit Definition hinaus.